Aktualisiert 11.12.2011 10:25

Angriff im FrühlingMehmedi plant für Rückrunde mit dem FCZ

Der FCZ beendet eine turbulente Vorrunde mit einem 1:1-Remis gegen den FC Sion. Aber wenigstens für Admir Mehmedi endet die Meisterschafts-Halbzeit mit einem Erfolgserlebnis.

von
Eva Tedesco

Admir Mehmedi schiesst das 1:0 für den FCZ gegen Sion und sagt, warum er dennoch enttäuscht ist. (Video: 20 Minuten Online)

Seit dem 6. November beim 1:3 in Neuenburg hat der FCZ-Shootingstar nicht mehr getroffen. Am Samstag hat es wieder geklappt: Mehmedi trifft zur 1:0-Führung. Es war sein Saisontreffer Nummer 4. Allerdings aus einer Offsideposition heraus. «Das habe ich noch nicht gesehen. Ich werde es mir erst noch anschauen», sagt Mehmedi nach dem Remis gegen Sion, «aber das ist schon recht, dass ich auch einmal ein Offsidetor schiesse und nicht nur die anderen...»

Im Fussball gleiche sich immer alles aus, vertritt der Stürmer die Ansicht. «Das Offside-Goal hab ich gemacht, da hat er die Fahne nicht gehoben und dann hat er halt leider beim Penalty nicht gepfiffen», sagt Mehmedi. In der 72. Minute hat Anthony Sauthier den Zürcher nach einem Abpraller von Keeper Vanins im Strafraum zurückgerissen. Der fällige Penalty-Pfiff des schwachen Unparteiischen Carrel blieb aus.

Unerklärlicher Tiefschlaf nach der Halbzeitpause

Mit dem Resultat zeigt sich der U21-Vize-Europameister nicht zufrieden. «Das sind zwei verlorene Punkte, vor allem wenn man die erste Halbzeit anschaut.» In diesen ersten 45 Minuten war der FCZ spielbestimmend und kam zu etlichen Chancen. Die beste hatte Mehmedi auf dem Fuss; sein Schuss (41.) prallte an die Latte. Symptomatisch zum Rest der Saison verfielen die Zürcher nach der Pause in ein unerklärlicher Tiefschlaf und kassierten prompt den Ausgleich. Vanczak (65.) profitierte von einem Leoni-Lapsus und köpfelte zum 1:1 ein.

Trotz der verlorenen Punkte hat Mehmedi die Hoffnung auf Besserung nicht aufgegeben. «Wir haben zehn Punkte weniger auf dem Konto als in der letzten Saison zu diesem Zeitpunkt. Aber auch in der vergangenen Meisterschaft haben wir bewiesen, dass wir die Punkte aufholen können. Im Fussball ist immer alles möglich.» 6 Siege, 3 Remis, 9 Niederlagen und 21 Punkte hat der FCZ nach 18 gespielten Runden in der aktuellen Saison. 8 Siege, 7 Remis, 3 Niederlagen und 31 Punkte waren es zur Winterpause vor einem Jahr. «Wir haben klar zu wenige Punkte für unsere Ansprüche», so der 20 Jährige selbstkritisch, «aber nach der Pause und einer guten Vorbereitung greifen wir an. Denn das Potenzial ist da.»

Transfergerüchte um Mehmedi

Bleibt die Frage: Mit oder ohne Admir Mehmedi? Der Name des talentierten Angreifers taucht immer häufiger in der Gerüchteküche auf. Zuletzt wurde er mit Serie-A-Klub Novara in Verbindung gebracht, wie «20 Minuten» vermeldete. «Ich habe mit niemandem geredet«, so der Schweizer Internationale, «ich habe das auch nur in den Zeitungen gelesen. Ich gehe davon aus, dass ich die Vorbereitung auf die Rückrunde am 4. Januar mit dem FCZ in Angriff nehme.» Aber erst nach wohlverdienten Ferien, die der Stürmer mit Teamkollege Adrian Nikci, FCB-Zauberzwerg Xherdan Shaqiri und einem weiteren Kollegen in Mexiko verbringen wird. Bevor es zum Flughafen geht, müssen Mehmedi und Nikci am Mittwoch erst noch 90 Minuten in der Europa League hinter sich bringen.

«Bei Xherdan kann ich mir vorstellen, dass er ein paar Anfragen mehr haben wird, nach dem Match den sie abgeliefert haben», sagt Mehmedi und spielt auf den grandiosen Sieg der Bebbi gegen Manchester United an. «Du kannst eines von zehn derartigen Spielen gewinnen und das hat der FCB im richtigen Moment gemacht», sagt Mehmedi, der offen zugibt, dass er sich für die Rotblauen gefreut hat. Selbst Steinhöfers kurioser Rettungsversuch an die Latte und der klägliche Abschlussversuch von Wayne Rooney aus kürzester Distanz seien typische Zeichen dafür, dass der FCB derzeit so gut drauf ist, dass er gar nicht verlieren kann. «So einen darf ich vielleicht verschiessen, aber einer wie Rooney, der 15 Millionen pro Jahr verdient...?

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