Aktualisiert 03.02.2005 13:43

Mehr als 1.000 neue Tsunami-Tote gefunden

Knapp sechs Wochen nach der verheerenden Flutwelle in Südostasien sind auf der am schlimmsten betroffenen Insel Sumatra mehr als 1.000 weitere Leichen entdeckt worden.

Unter den Trümmern eines Dorfes in der Provinz Aceh seien 897 Tote gefunden worden und in einer Nachbarprovinz noch einmal 128, teilten die indonesischen Behörden am Donnerstag mit. Die vorläufige Gesamtzahl der Toten in dem Land stieg damit auf 111.171.

Allerdings wurden weiterhin fast 128.000 Menschen vermisst, wie es in der Erklärung des Koordinationsbüros für Katastrophenschutz ferner hiess. Diese können erst in einem Jahr für tot erklärt werden. Die Opferbilanz für alle vom Tsunami betroffenen elf Länder am Indischen Ozean wird zurzeit offiziell mit 160.000 bis 180.000 angegeben, könnte jedoch auf über 300.000 steigen.

Unterdessen startete die indonesische Armee offenbar einen neuen Vorstoss gegen die Rebellen auf Sumatra. Nach Augenzeugenberichten drangen Soldaten in ein Lager am Rande von Banda Aceh ein und schlugen Tsunami-Flüchtlinge sowie örtliche Helfer zusammen. Dann seien die Bewohner gezwungen worden, einen gefangen genommenen mutmasslichen Rebellenführer zu identifizieren. Ein Armeesprecher erklärte, man wisse nichts von diesem Vorfall.

Die US-Marine zog ein weiteres Kriegsschiff aus dem Gewässern vor Sumatra ab. Der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» mit 5.300 Mann an Bord lief am Donnerstag in Richtung Singapur aus. Die USA hatten nach der Flutkatastrophe vom 26. Dezember 15.000 Soldaten in die Region geschickt, um bei den Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten zu helfen. Diese bislang grösste Stationierung von Truppen im Ausland zu humanitären Zwecken hatte in der Region zum Teil Besorgnis ausgelöst. Zurzeit verbleiben dort noch etwa 5.000 US-Soldaten. (dapd)

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