Das Ghost Festival ist durch: Mehr als 1,2 Millionen Franken für Schweizer Musikschaffende

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Das Ghost Festival ist durchMehr als 1,2 Millionen Franken für Schweizer Musikschaffende

Knapp 35’000 Tickets wurden fürs Ghost Festival verkauft, das vergangenes Wochenende wie von den Initiant*innen angekündigt nicht stattgefunden hat.

von
Schimun Krausz
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Nicht nur der Event selbst fand wie angekündigt nicht statt, auch auf den Social-Media-Kanälen des Ghost Festival bliebs am Festival-Wochenende still. Oder im Fall von Instagram: quadratisch schwarz.

Nicht nur der Event selbst fand wie angekündigt nicht statt, auch auf den Social-Media-Kanälen des Ghost Festival bliebs am Festival-Wochenende still. Oder im Fall von Instagram: quadratisch schwarz.

Screenshot Instagram/ghostfestival.ch
Die (nicht?) teilnehmenden Acts durften am Festival-Weekend aber tun und lassen, was sie wollten. Die Suisa, die Schweizer Genossenschaft der Urheber*innen und Verleger*innen von Musik, postete beispielsweise fleissig Content mit den Verantwortlichen und Musikschaffenden – kannst ihn hier auschecken.

Die (nicht?) teilnehmenden Acts durften am Festival-Weekend aber tun und lassen, was sie wollten. Die Suisa, die Schweizer Genossenschaft der Urheber*innen und Verleger*innen von Musik, postete beispielsweise fleissig Content mit den Verantwortlichen und Musikschaffenden – kannst ihn hier auschecken.

Screenshot Instagram/suisamusicstories
Das sind übrigens die Initiant*innen und Macher*innen des Nicht-Festivals, der Ghost Club. Irgendwo ist auch Mediensprecherin Gisela Feuz aus unserem Artikel. Wer sie findet, dem schenkt der Herr oben links sein angefangenes Chopfab-Bier (#noAD).

Das sind übrigens die Initiant*innen und Macher*innen des Nicht-Festivals, der Ghost Club. Irgendwo ist auch Mediensprecherin Gisela Feuz aus unserem Artikel. Wer sie findet, dem schenkt der Herr oben links sein angefangenes Chopfab-Bier (#noAD).

Ghost Club

Darum gehts

  • Vergangenes Wochenende «stieg» das Ghost Festival. «Stieg», weil es eben gar nicht gestiegen ist.

  • Das Festival ist nämlich eine riesige Support-Aktion für von Corona gebeutelte Schweizer Musikschaffende, bei der via Ticketverkäufe und Unterstützungsgelder 1,2 Millionen Franken zusammengekommen sind.

  • Noch ist die Aktion nicht ganz durch – der endgültige Support-Betrag wird in einem Monat bekanntgegeben.

Das Ghost-Festival-Wochenende ist durch und wie von den Initiant*innen angekündigt, ist dabei gar nichts passiert – und doch ganz viel: Für den Event, der eben kein Event, dafür eine grossangelegte Unterstützungsaktion für von den Auswirkungen der Pandemie betroffene Schweizer Musikschaffende war, wurden bis Sonntag um Mitternacht 34’500 Eintritte verkauft. Dies gibt der Ghost Club, das Kollektiv hinter dem Nicht-Festival, am Montag bekannt.

Zusammen mit dem Geld, das Kulturfans zusätzlich seit der Ankündigung Mitte Januar gespendet haben, ergibt das einen Betrag von mehr als 1,2 Millionen Franken, der vollumfänglich an die teilnehmenden Musiker*innen und deren Teams (Licht- und Soundtechniker*innen, Tourmanager*innen, Merch-Gestalter*innen – eben alle, die mithelfen) weitergegeben wird.

«Diese Summe ist ja schon kolossal», sagt Mediensprecherin Gisela Feuz zu 20 Minuten, «aber noch viel mehr Wert hat die Tatsache, dass sich so viele Leute solidarisch gezeigt haben.» Im Zeitalter von digitaler Gratiskultur sei das keine Selbstverständlichkeit.

1000 Franken Unterstützung pro Kopf

295 Acts standen auf dem Line-up; die genannte Summe wird damit auf insgesamt 1299 Musikschaffende verteilt, was theoretisch rund 1000 Franken pro Kopf bedeutet. Praktisch ist es laut Ghost Club so, dass einige Acts komplett auf diese Gage verzichten (und sie dem Rest überlassen, weil dieser sie nötiger hat), während bei anderen beispielsweise nur die Crew, nicht aber die eigentliche Band für den Nicht-Auftritt bezahlt wird.

Wer auf seine Gage oder einen Teil davon verzichtet, verraten die Macher*innen bewusst nicht, so Feuz: «Es soll niemand geoutet oder an den Pranger gestellt werden. Sicher ist: Es ist alles klar geregelt.»

Das gilt auch für das Geld, das durch die Festival-Partner, durch den Verkauf von Merchandise und der CD (mit Geistergeräuschen von einem Grossteil der teilnehmenden Acts – 1200 Stück sind schon verkauft, weshalb die Verantwortlichen nächste Woche mit einer Top-10-Platzierung in den Schweizer Albumcharts rechnen) reingekommen ist: Nachdem damit Stundenlöhne und Materialkosten bezahlt wurden, fliesst der ganze Restbetrag ebenfalls in die Bandkässeli.

Anfang April folgt der endgültige Betrag

Merchkauf und Geld-Droppen via Support-Button auf der Website sind noch bis am 14. März möglich, danach wird abgerechnet und auf Anfang April versprechen die Initiant*innen den finalen Betrag («präsentiert von unserem externen Treuhandbüro»), der an die knapp 300 teilnehmenden Acts geht und – logisch – noch höher ausfallen wird als die genannten 1,2 Millionen Franken.

20 Minuten ist Medienpartner des Ghost Festival.

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