Mehr als 1000 Tote in Bagdad in einem Monat
Aktualisiert

Mehr als 1000 Tote in Bagdad in einem Monat

Mehr als 1000 Menschen sind im vergangenen Monat in Bagdad tot aufgefunden worden - die meisten von ihnen gefesselt, gefoltert, erschossen und in Brand gesetzt.

Bei fast allen der insgesamt 1091 Fälle handelt es sich um Opfer der Gewalt zwischen extremistischen Sunniten und Schiiten. Präsident Dschalal Talabani sagte bei der Bekanntgabe der Zahlen am Mittwoch, das Töten müsse endlich ein Ende finden.

«Wir sind schockiert und wütend über die täglichen Meldungen von tot aufgefundenen Menschen», sagte Talabani. Dabei sei die Zahl von 1091 Toten nur die Spitze des Eisbergs. Hinzu kämen viele weitere Leichen, die nicht entdeckt würden. Angehörige der sunnitischen Minderheit machen schiitische «Todesschwadronen» für die Bluttaten verantwortlich und werfen dem Innenministerium vor, deren Aktionen stillschweigend zu tolerieren. Umgekehrt sind tausende von Schiiten nach Angaben von Vertretern der Bevölkerungsmehrheit nach Todesdrohungen von Sunniten aus Bagdad geflohen.

Am Mittwoch überfielen Extremisten einen Bus in der Stadt Bakuba, 55 Kilometer nordöstlich von Bagdad, und zündeten beim Eintreffen von Sanitätern eine Bombe. Dabei kamen elf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt. Bei den Opfern handelte es sich um Arbeiter auf dem Weg zu einer Fabrik. Bei weiteren Anschlägen wurden am Mittwoch 13 Menschen getötet, unter ihnen vier Polizisten in Ramadi und ein Abteilungsleiter des Verteidigungsministeriums.

Die Zahl der Todesopfer bei einem Selbstmordanschlag in Tal Afar vom Dienstag stieg unterdessen auf 22. Weitere 134 Menschen wurden verletzt. Die Autobombe detonierte nach Angaben der Polizei auf einem Markt im Zentrum der 420 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegenen Stadt. Der Anschlag galt vermutlich einer Polizeiwache. (dapd)

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