Mehr als 6000 Tote nach Erbeben auf Java
Aktualisiert

Mehr als 6000 Tote nach Erbeben auf Java

Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 6200 gestiegen. 46 000 Menschen seien verletzt worden, mehr als 33 000 davon schwer.

Mehr als ein Dutzend Länder entsandten inzwischen Einsatzkräfte oder schickten Hilfsgüter nach Java. Helfer berichteten indes von Fortschritten im Kampf gegen die grösste Not der Menschen im Erdbebengebiet. «Alles geht voran, die Dinge laufen», sagte eine Sprecherin des UNO-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten.

Lebensmittel, Zelte, medizinische Hilfe und Trinkwasser erreichen zunehmend auch abgelegene Gegenden, berichteten indonesische Medien. Allerdings habe eine Reihe von Dörfern immer noch keine Hilfe erhalten.

Geringe Seuchengefahr

Fachleute hielten die Gefahr eines Ausbruchs von Krankheiten für geringer als befürchtet, da mehr Trinkwasserbrunnen das Beben überstanden als erwartet. «Das ist ein positives Element», sagte der Sprecher der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften, Jean-Pierre Taschereau.

Nichtsdestotrotz begannen die indonesischen Behörden mit der Impfung tausender Überlebender. Bisher gibt es in der Region um die Städte Yogyakarta und Bantul zwar keine Anzeichen eines Seuchenausbruchs. Die vorsorglichen Impfungen sollen aber insbesondere eine Masern- und Malaria-Epidemie verhindern.

Merapi weiter aktiv

Sorge bereitete daneben weiter der nahe Vulkan Merapi. Am Donnerstagmorgen habe der seit Wochen brodelnde Berg innerhalb von sechs Stunden 36 heisse Wolken ausgestossen, sagte ein Vulkanologe der Merapi-Beobachtungsstation. Lavaströme hätten eine Länge von dreieinhalb Kilometern erreicht. (sda)

Deine Meinung