Porsche 911 Targa: Mehr als Coupé und Cabrio
Porsche
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Porsche 911 TargaMehr als Coupé und Cabrio

Der Porsche 911 Targa hat mit seinem charakteristischen Bügel ein gewisses Etwas – auch in der 8. Modellgeneration.

von
Nina Treml

Das Coupé suggeriert Ernsthaftigkeit. So leidenschaftlich sein Design auch sein mag: Es spricht von Aerodynamik, Gewichtsoptimierung, Performance, Effizienz. Die Frage lautet weniger wie lustvoll, wie aufregend, sie lautet wie stark und wie schnell. Und soll bitte zuerst in Zahlen beantwortet werden, dann erst in Emotionen. Das Cabriolet wiederum: Juhu! Sommer! Sonne! Sturmfrisur! (Wenngleich ihm natürlich dieselbe Ernsthaftigkeit zugrunde liegt wie dem Coupé.)

Doch was ist mit dem Targa als dritte Karosserievariante des 911, Porsches nunmehr in achter Generation gebauter Sportwagenikone? Sein Weder-Fisch-noch-Vogel-Konzept mit beweglichem Dachteil, aber fixem Bügel und riesiger gewölbter Heckscheibe könnte ihm ja durchaus den Vorwurf der Sinnlosigkeit einhandeln. Aber, hach, ... wo beginnen?

Es drohte das Aus

Am besten bei der Geschichte, an deren Anfang eine Verlegenheitslösung stand. Weil den Vollcabrios in den 1960er Jahren in den USA wegen Sicherheitsbedenken das Aus drohte, kreierte Porsche mit einem offenen Überrollbügel-Elfer ein Sicherheitscabriolet und benannte es ironischerweise nach dem irre gefährlichen sizilianischen Strassenrennen Targa Florio. Dass der Begriff auf Italienisch «Schild» bedeutet, ist der Legende nach übrigens erst den Verfassern des Verkaufsprospekts aufgefallen. Seis drum, ab 1967 ergänzte der Targa das Coupé bei den Modellen 911, 911 S sowie 912 – und wurde dank seines markanten silbrigen Bügels bald zum Kultobjekt.

Transformer-Spektakel

Wenn man so will, hat der integrierte Retro-Bügel sogar dieselbe Funktion wie der 450 PS leistende 6-Zylinder-Boxermotor in der getesteten 4S-Version: er beschleunigt – in diesem Fall eben den Puls des Betrachters. Und spätestens, wenn das Dachteil in einem 19-sekündigen Transformer-Spektakel unter der Glaskuppel verschwindet, ist der Auftritt des Halbcabrios sowieso perfekt. Oder sagen wir: halbperfekt. Denn wenn die Ampel auf Grün schaltet, doch der – anders als beim Cabrio – lediglich im Stillstand vollziehbare Dach-Striptease noch nicht abgeschlossen ist, dann ist das Hupen der anderen Verkehrsteilnehmern nicht als Applaus zu werten.

Auch mit geschlossenem Dach sieht der 911 Targa gleich gut aus.

Auch mit geschlossenem Dach sieht der 911 Targa gleich gut aus.

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Die 110 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Coupé können dem Dreiliter-Biturbomotor nichts anhaben.

Die 110 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Coupé können dem Dreiliter-Biturbomotor nichts anhaben.

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Bis auf die Tasten für die Verdecksteuerung ändert sich am ergonomisch ausgereiften Cockpit des 911 nichts.

Bis auf die Tasten für die Verdecksteuerung ändert sich am ergonomisch ausgereiften Cockpit des 911 nichts.

Porsche

Die 110 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Coupé können dem Targa kaum etwas anhaben. Kompensiert werden sie mit dem explosionsartigen Ansprechverhalten des Dreiliter-Biturbos, mit zuverlässiger Traktion dank Allradantrieb. Mit dem derzeit wahrscheinlich besten aller Doppelkupplungsgetriebe, mit einem Adaptivfahrwerk, einer optionalen Hinterachslenkung und weiteren Fahrdynamiksystemen, die einem den Eindruck vermitteln, der Targa 4S sei nicht weniger ernsthaft als der Carrera 4S – bloss ein bisschen besser durchlüftet. Wer es dennoch in Zahlen möchte: Im Sport-Plus-Modus vergehen 3,6 Sekunden auf Tempo 100, das sind bloss 0,2 Sekunden mehr als bei seinem Coupé-Pendant.

Wofür die dritte Karosserievariante des 911 nun also steht? Vielleicht fürs Nichtmüssen. Der Targa muss jedenfalls nicht stark und schnell sein – er ist es einfach. Er muss nicht offen fahren, um sich zu legitimieren – er sieht ja geschlossen genau gleich gut aus. Das einzige, was der Targa wie alle anderen 911er muss, ist bezahlt werden können. Macht wie beim entsprechenden Cabriolet mindestens 158’600 Franken für den Targa 4 und 177’900 Franken für den Targa 4S.

Deine Meinung

115 Kommentare
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Gamestop

30.01.2021, 00:56

🇨🇭 🇨🇭 🇨🇭 Switzerland First 🇨🇭 🇨🇭 🇨🇭 Bei E-Autos geht es nicht alleine nur um weniger CO2, sondern auch darum, endlich von den Ölstaaten unabhängig ⛽️ zu werden. Die Tankfüllung also im Inland produzieren ☀️ und den Geldfluss 💵 dadurch bei uns in der Schweiz 🇨🇭 behalten. Somit ein weiteres gutes Argument für die Elektromobilität. Das Geld 💰 für die Betriebskosten bleibt somit mehrheitlich in der Schweiz.

leider

30.01.2021, 00:21

Die bezahlten E-Meinungsmacher ruinieren dieses Forum

cogito ergo sum,elektro ergo d umm

30.01.2021, 00:19

Endlich wider ein Auto das faehrt,nicht ladet