Berner Strassen: Mehr als doppelt so viele Tote
Aktualisiert

Berner StrassenMehr als doppelt so viele Tote

Tempo, Handy, Altersschwäche: Das sind nur drei der Faktoren, die 2011 im Kanton Bern schon 42 Verkehrsteilnehmer das Leben kosteten.

von
Nina Jecker
Auf den Strassen im Kanton Bern kam es dieses Jahr zu vielen schweren Unfällen. (meo)

Auf den Strassen im Kanton Bern kam es dieses Jahr zu vielen schweren Unfällen. (meo)

Es ist eine traurige Bilanz: Während gesamtschweizerisch die Zahl der Verkehrstoten zurückging, starben auf Berner Strassen in diesem Jahr mit 42 Personen bisher mehr als doppelt so viele wie in der Vorjahresperiode. «Das ist dramatisch», sagt BFU-Verkehrspsychologe Uwe Ewert, «selbst wenn man normale Schwankungen in Betracht zieht.» Besonders auffällig sei der Anstieg bei PW-Lenkern und Mitfahrern (von 4 auf 14). Fussgänger kamen acht ums Leben (2010: 3). 14 aller Getöteten waren über 75 Jahre alt – unter ihnen waren sowohl Unfallverursacher wie auch unschuldige Opfer. Jedem fünften Crash lag nicht angepasste Geschwindigkeit zugrunde; ein weiterer Faktor war Ablenkung durch Handys oder Navigationsgeräte. «Es braucht mehr Eigenverantwortung», so Peter Sieber, Chef Verkehr der Kapo Bern. Auch Psychologe Ewert sieht Handlungsbedarf: «Obwohl es verboten ist, sieht man ständig Lenker mit dem Telefon am Ohr.»

Unklar bleibt, warum es gerade im Kanton Bern so häufig kracht. Ewert: «Dazu müsste man das Unfallgeschehen noch genauer analysieren.»

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