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Nach ChemieunglückMehr als hundert Kinder erleiden Gasvergiftung

Nach einem Unglück in einer illegalen Raffinerie haben mehr als hundert Grundschüler in China Gasvergiftungen erlitten.

Nach Behördenangaben vom Freitag entwich aus der Raffinerie in Zengcheng in der südlichen Provinz Guangdong aus einem Leck giftiges Schwefelgas. Die Schüler einer nahegelegenen Schule wurden laut Zeitungsberichten sicherheitshalber ins Spital gebracht, nachdem ein Junge bewusstlos wurde und viele weitere Schüler über Unwohlsein klagten.

Den Berichten zufolge stellte die Raffinerie Schmierstoffe aus wiederaufbereitetem Altöl her. Häufig werde dort nachts gearbeitet, um Regierungskontrollen zu unterwandern.

Nach dem Unglück ordneten die Behörden dem Bericht zufolge den Abriss der Fabrik binnen drei Tagen an. In chinesischen Fabriken sind Unglücksfälle keine Seltenheit, Sicherheitsauflagen werden zugunsten der Produktivität regelmässig gebrochen.

Nach Regierungsangaben kamen im vergangenen Jahr mehr als 101 000 Chinesen bei Strassen- und Industrieunfällen ums Leben. Experten schätzen, dass ein Fünftel dieser Todesfälle auf das Konto von Industrieunglücken geht. (sda)

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