429'512 Stunden: Mehr Arbeit für Baselbieter Spitex

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429'512 StundenMehr Arbeit für Baselbieter Spitex

Baselbieter Spitex-Organisationen haben alle Hände voll zu tun: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Aufwand um rund 10 Prozent.

von
bro
Auch bei der Betreuung von Personen unter 65 Jahren nahm die Nachfrage zu.

Auch bei der Betreuung von Personen unter 65 Jahren nahm die Nachfrage zu.

Die gemeinnützigen Spitexorganisationen im Kanton Baselland haben 2013 insgesamt 429'512 Einsatzstunden geleistet. Das bedeutet eine Steigerung um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der betreuten Personen nahm derweil um 3 Prozent auf 9562 zu.

Die Krankenpflegeleistungen für Personen unter 65 Jahren stiegen um 8 Prozent, jene für Personen über 65 um 2 Prozent, wie der Spitex-Verband Baselland am Dienstag weiter mitteilte. Der Trend setze sich fort, dass alte Menschen vor einem Heimeintritt länger zu Hause leben, auch wenn sie pflegerische Hilfe benötigen.

Neuer Pflegebereich

Im vergangenen Jahr haben die Baselbieter Spitexorganisationen erstmals 5377 Einsatzstunden in der Akut- und Übergangspflege erbracht. Betreut wurden dabei 461 Patientinnen und Patienten. Die neue Pflegekategorie kommt nach einer Spitalentlassung während bis zu 14 Tagen zur Anwendung.

Die Akut- und Übergangspflege ist Bestandteil der vom Kanton Anfang 2013 eingeführten neuen Pflegefinanzierung. Möglich werden sollen damit kürzere stationäre Behandlungen im Spital. Die früheren Spitalentalssungen seien volkswirtschaftlich sinnvoll, da damit Spitalkosten gespart würden, hält der Verband fest.

Die Spitexorganisationen hätten in der Akut- und Übergangspflege aber mit komplexeren Pflegesituationen zu tun. Dies setze entsprechendes Fachpersonal voraus. Die Zahl der Vollzeit-Stellen im Spitex-Bereich des Kantons Baselland hat sich innert Jahresfrist denn auch von 436 auf 452 erhöht.

Verhaltener Kostenanstieg

Trotz der Mehrleistungen seien die Personalkosten indes nur um 2,4 Prozent auf 42,5 Millionen Franken gestiegen. Bei den gemeinnützigen Spitexorganisationen werden 55 Prozent der Kosten durch Krankenversicherer und Patienten gedeckt, die restlichen 45 Prozent trägt die öffentliche Hand; 2013 waren dies 19,5 Millionen Franken.

Um 1 Prozent gesunken ist 2013 die Zahl der hauswirtschaftlichen Einsatzstunden. In der Vergangenheit war die Nachfrage stark zurückgegangen. Laut dem Verband scheint dieser Abwärtstrend angesichts der geringeren Abnahme nun gestoppt. Hauswirtschaftliche und betreuerische Leistungen werden von den Spitexorganisationen meistens in Kombination mit Pflegeleistungen erbracht. (bro/sda)

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