Trotz Mehrjahrestief: Mehr Arbeitslose in der Schweiz als in Deutschland
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Trotz MehrjahrestiefMehr Arbeitslose in der Schweiz als in Deutschland

Die Schweiz gilt in Sachen Arbeitslosigkeit als Vorzeigeland. Doch der Schein trügt.

von
roy
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In der Schweiz liegt die Arbeitslosigkeit von 2,4 Prozent nur deshalb so tief, weil anders gemessen wird.

In der Schweiz liegt die Arbeitslosigkeit von 2,4 Prozent nur deshalb so tief, weil anders gemessen wird.

Keystone/Gaetan Bally
Würde in der Schweiz gleich gemessen wie in Deutschland, dann läge die Arbeitslosigkeit hierzulande bei 4,9 Prozent - und in Deutschland bei 3,5 Prozent.

Würde in der Schweiz gleich gemessen wie in Deutschland, dann läge die Arbeitslosigkeit hierzulande bei 4,9 Prozent - und in Deutschland bei 3,5 Prozent.

Keystone/Jan Woitas/DPA
Seit Juli 2018 gilt in der Schweiz die Stellenmeldepflicht, d.h. Arbeitgeber müssen freie Stellen zuerst beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV melden. Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl der Berufe, die seither meldepflichtig sind.

Seit Juli 2018 gilt in der Schweiz die Stellenmeldepflicht, d.h. Arbeitgeber müssen freie Stellen zuerst beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV melden. Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl der Berufe, die seither meldepflichtig sind.

Keystone/Gaetan Bally

2,4 Prozent Arbeitslosigkeit - die Zahl ist so tief wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Schweiz gelte damit als Vorzeigeland, schreibt die «NZZ am Sonntag». Doch eigentlich stehe sie schlechter da als viele andere Länder – so zum Beispiel Deutschland, wo die Arbeitslosigkeit bei 3,5 Prozent liegt. Der Grund ist in unterschiedlichen Messmethoden zu finden.

In die Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft würden nur jene Arbeitslose einfliessen, die auch bei den Arbeitsämtern registriert seien. Ausgesteuerte und ältere Stellensuchende seien nicht mehr erfasst. Würde man diese mit einberechnen, läge die Arbeitslosigkeit in der Schweiz dann bei 4,9 Prozent, schreibt die Zeitung weiter.

Neben dem Unterschied bei der Messmethode hätten viele Länder «bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Fortschritte gemacht», sagt Boris Zürcher vom Seco in der «NZZ am Sonntag». Und Michael Siegenthaler, Konjunkturforscher an der ETH Zürich, ergänzt, dass das Land zwar zunehmend seine Stellung als Musterknabe verliere. Dennoch müsse man auch das abweichende Lohnniveau berücksichtigen. Deutschland stehe bezüglich der Arbeitslosigkeit deshalb so gut da, da viele neue Stellen bei Berufen mit niedrigen Löhnen geschaffen wurden.

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