Aktualisiert 07.12.2010 10:36

ArbeitsloseMehr Arbeitslose wegen Flaute auf dem Bau

Die Arbeitslosigkeit hat in der Schweiz im November erwartungsgemäss leicht zugenommen. Für Jugendliche hat sich die Lage aber weiter aufgehellt.

von
Balz Bruppacher
Serge Gaillard, Leiter der SECO-Direktion Arbeit, spricht von einer erfreulichen Entwicklung.

Serge Gaillard, Leiter der SECO-Direktion Arbeit, spricht von einer erfreulichen Entwicklung.

Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) waren Ende Monat 141 668 Menschen als Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) heute mitteilte. Das waren 2303 Arbeitslose mehr als im Oktober und der erste Anstieg seit August. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 3,5 auf 3,6 Prozent.

Ausschlaggebend für die Zunahme war die saisonale Flaute auf dem Bau und im Gastgewerbe. Klammert man diese Effekte aus, ist die Zahl der Arbeitslosen im November um weitere gut 2000 Betroffene gesunken. Die saisonbereinigte Arbeitslosequote verharrte auf dem Stand des Vormonats von 3,6 Prozent. Der Leiter der SECO-Direktion Arbeit, Serge Gaillard, spricht gegenüber 20 Minuten Online von einer erfreulichen Entwicklung. «Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosigkeit seit dem vergangenen Frühling ist das Spiegelbild der guten Konjunkturlage», sagte er.

Gute Chancen für Jugendliche auf Arbeitsmarkt

Besonders erfreulich sei, dass der Arbeitsmarkt die Jugendlichen gut aufnehme. Ende November waren noch 21.946 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job. Das waren 607 Arbeitslose weniger als im Oktober. Die Jugendarbeitslosigkeit blieb zwar über dem landesweiten Mittel, sie sank aber von 4,1 auf 4,0 Prozent. Innert Jahresfrist ging die Jugendarbeitslosigkeit sogar um einen Viertel zurück, wie Gaillard betonte.

Überdurchschnittlich zugenommen hat hingegen die Arbeitslosigkeit bei den Ausländern, und zwar von 6,7 auf 7,0 Prozent. Bei der einheimischen Bevölkerung blieb die Quote mit 2,6 Prozent unverändert. Etwas vergrössert hat sich auch das Gefälle zwischen der Deutschschweiz mit einer Quote von 3,0 Prozent und der lateinischen Schweiz mit 5,3 Prozent Arbeitslosigkeit.

Der Blick auf die Kantone unterstreicht die saisonalen Effekte. Die Tourismuskantone Wallis, Tessin und Graubünden verzeichneten die stärkste Zunahme von Arbeitslosen. Landesweit am höchsten war die Arbeitslosigkeit in Genf mit 6,8 Prozent. Vollbeschäftigung herrschte demgegenüber in Appenzell-Innerrhoden mit einer Quote von 0,9 Prozent.

Mehr offene Stellen

Die robuste Lage des Schweizer Arbeitsmarkts wird auch durch die offenen Stellen unterstrichen. Ihre Zahl nahm im November um 539 auf 17 598 Stellen zu. Keine grosse Bedeutung misst Gaillard der leichten Zunahme der Kurzarbeit im Monat September gegenüber dem Vormonat bei. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Kurzarbeit nach wie vor massiv tiefer. Auch die Neuanmeldungen bewegten sich auf kontinuierlich tiefem Niveau.

Unsicherer Ausblick wegen Frankenstärke

Auch für die kommenden Monate rechnet Gaillard mit einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, wenn man die saisonalen Effekte ausklammert. Danach müsse sich zeigen, wie stark der hohe Frankenkurs die Konjunktur beeinträchtige. Bisher ging das SECO für 2011 von einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent aus. Eine neue Prognose machen die Ökonomen des Bundes in einer Woche.

Manpower sieht hervorragende Aussichten

Die Aussichten auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sind nach Darstellung des Personalvermittlers Manpower ausgezeichnet. Zwölf Prozent von 751 befragten Arbeitgebern erwarten im laufenden Quartal eine Zunahme der Beschäftigung. 84 Prozent rechnen mit keiner Veränderung. Nur drei Prozent der Firmen sagen eine Verschlechterung der Beschäftigung voraus. Das jüngste Manpower-Arbeitsmarktbarometer kommt so auf eine saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose von plus 15 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Einführung der Studie im dritten Quartal 2005. Die Arbeitgeber stehen nach den Worten des Generaldirektors von Manpower Schweiz, Urs Schüpbach, vor der Herausforderung, auf einem durch Konkurrenz geprägten Arbeitsmarkt das benötigte qualifizierte Personal zu finden. (bb)

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