Hotellerie: Mehr Belgier und weniger Deutsche als Hotelgäste
Aktualisiert

HotellerieMehr Belgier und weniger Deutsche als Hotelgäste

Trotz des oft garstigen Wetters haben die Schweizer Hotels im Juni deutlich mehr Gäste empfangen können. Am meisten legten die Übernachtungen von Chinesen und Belgiern zu.

Die Region Zürich verzeichnete das stärkste absolute Wachstum, nämlich fast 92'000 Hotelübernachtungen mehr.

Die Region Zürich verzeichnete das stärkste absolute Wachstum, nämlich fast 92'000 Hotelübernachtungen mehr.

Gute Nachrichten für den Schweizer Tourismus: In den gut 4800 Hotels und Kurbetrieben hat die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr um 1,2 Prozent zugenommen.

Berggebiete gehören aber weiterhin zu den Verlierern.

Der lange Winter habe im März und April zwar Schub verliehen, dann aber das Sommergeschäft gebremst, bilanzierte der Branchenverband Hotelleriesuisse am Montag. Insgesamt habe sich die Nachfrage mehrheitlich stabilisiert. Der erste Schritt aus der Talsohle sei trotz der weiterhin unsicheren Wirtschaftslage in wichtigen Gäste-Herkunftsländern gelungen, hiess es.

Deutliches Plus im Juni

Mit 17,1 Millionen Übernachtungen brachte das erste Halbjahr 2013 erstmals seit drei Jahren einen Anstieg. Der Rückgang ist aber noch nicht wettgemacht: 2010 hatten die Schweizer Hotels von Januar bis Juni 17,5 Millionen Logiernächte gezählt.

Aufpoliert wurde die Halbjahresbilanz von einem deutlichen Plus im Juni: Trotz des oft garstigen Wetters nahm die Zahl der Übernachtungen laut Mitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS) um 4,0 Prozent auf 3,3 Millionen zu. In den ersten fünf Monaten 2013 hatte das Plus erst 0,6 Prozent betragen.

Mehr Chinesen, weniger Deutsche

Die Tendenzen blieben im Juni ähnlich wie im Halbjahr: Vor allem Asiaten kamen mehr. Von Januar bis Juni leisteten sich vor allem Chinesen (+ 22 Prozent) sowie Gäste aus den Golfstaaten (+11 Prozent) und den Vereinigten Staaten (+ 4,5 Prozent) mehr Hotelübernachtungen in der Schweiz.

Während die Nachfrage aus Asien insgesamt um 7,4 Prozent und aus der Schweiz selber um 0,5 Prozent zunahm, verlief die Entwicklung in Europa (+ 0,4 Prozent) kontrastreich: Deutlich mehr Gäste kamen aus Portugal und Polen (je 24 Prozent), Russland (+ 6,2 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (+ 3,5 Prozent).

Dem stehen Rückgänge aus Deutschland (-2,7 Prozent), den Niederlanden (-3,2 Prozent), Italien (-1,2 Prozent) und Frankreich (-0,6 Prozent) gegenüber.

Anpassung nötig

Der Euro-Mindestkurs, der Ferien in der Schweiz kalkulierbar mache, habe den zuvor massiven Nachfragerückgang aus dem Euro-Raum abgefedert, schreibt Hotelleriesuisse. Die Branche sei aber weiterhin gefordert, sich auf neue Marktbedürfnisse und Gästesegmente anzupassen.

Daher sei die Strategie von Schweiz Tourismus zentral, neben den traditionellen Herkunftsländern auf Wachstumsmärkte wie die Golfstaaten oder die BRIC (Brasilien, Russland, Indien und China) zu setzen. Bei den Indern resultierte im abgelaufenen Semester dennoch ein Rückgang um 2,6 Prozent.

Dank neuen Gästen verzeichnete etwa das Berner Oberland eine Zunahme der Hotelübernachtungen um 1,8 Prozent. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete dagegen die Ostschweiz mit 24'000 Übernachtungen weniger (-2,7 Prozent). Es folgen das Wallis mit einer Abnahme von 22'000 Übernachtungen (-1,1 Prozent) und Graubünden mit 16'000 Logiernächten weniger (-0,6 Prozent).

Weiterhin an Beliebtheit gewinnt Zürich: Die grösste Schweizer Agglomeration verzeichnete von den 13 Schweizer Tourismusregionen das stärkste absolute Wachstum, nämlich fast 92'000 Hotelübernachtungen mehr ( 3,7 Prozent.). Das Tessin und die Region Bern legten ebenfalls um 3,7 Prozent zu.

Zuversicht herrscht

Für die nächsten Monate zeigen die Hoteliers eine gewisse Zuversicht. Die Buchungsstände sind laut Hotelleriesuisse gut bis sehr gut. Die Sommersaison verlaufe grösstenteils zufriedenstellend, hiess es. Für das zweite Halbjahr dürfe mit einer weiterhin stabilen inländischen Nachfrage sowie mehr ausländischen Gästen gerechnet werden.

(sda)

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