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Quote gegen RassismusMehr Black Power auf dem Catwalk

Über die Laufstege der wichtigsten Modenschau Lateinamerikas, der São Paulo Fashion Week, werden in Zukunft mehr schwarze Models defilieren. Dafür soll eine Quote sorgen.

Die Organisatoren verständigten sich nach Medienangaben vom Donnerstag mit dem Ministerium für öffentliche Angelegenheiten des Bundesstaates São Paulo auf eine Verhaltensrichtlinie, wonach mindestens zehn Prozent der Models schwarz sein müssen.

Modemarken, die diese Vorgabe nicht einhalten, droht ein Bussgeld von bis zu 250 000 Reais (rund 137 000 Franken).

Mit der Quoten-Regel begegnet die Fashion Week Rassismusvorwürfen. Kritiker hatten beanstandet, dass die Organisatoren fast ausschliesslich weisse Models auf den Laufsteg schickten, obwohl in Brasilien etwa die Hälfte der Bevölkerung dunkelhäutig sei.

2008 waren von den mehr als 1100 Models gerade mal 2,5 Prozent dunkler Hautfarbe. Eine Arbeitsgruppe des Ministeriums prüfte unter Leitung einer Staatsanwältin in den vergangenen Monaten, ob durch die Auswahl-Kriterien schwarze Models diskriminiert wurden.

Mit der jetzt gefundenen Regelung verpflichten sich die Veranstalter für zunächst zwei Jahre, das Ministerium 30 Tage nach jeder Fashion Week über die Einhaltung der Klausel zu informieren.

»Wir wollen keine Quoten für Rassen einführen, aber die soziale Integrierung fördern», begründete Staatsanwältin Deborah Affonso, die die Arbeitsgruppe koordinierte, die Vorgaben. Modemarken, die die 10-Prozent-Klausel etwa aus thematischen Gründen nicht einhalten können, hätten aber die Möglichkeit einer Rechtfertigung, die dann vom Ministerium geprüft werde.

(sda)

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