06.10.2020 19:00

Mehr Burgen als auf dieser Wanderung gibts nirgends

Zu den Höhepunkten dieser Wanderung gehören: die schweizweit höchste Dichte an Burgen und Schlössern, ein kleiner Badesee und ein aussergewöhnliches Restaurant für alle, die Wild lieben.

von
Martin Hoch
6.10.2020

Wenn sich die Wälder verfärben, die Sonne ihr weiches, goldenes Licht wirft und die Jäger unterwegs sind, empfiehlt sich ein genussreicher Herbstspaziergang. Kommt mit: Wir zeigen euch eine besonders schöne Ecke im Domleschg. Eine Gegend, die viele nur vom Vorbeirauschen auf der A13 in Richtung San Bernardino kennen.

Die Wanderroute: Burgenweg Domleschg

Thusis, der Startpunkt des Burgenwegs, ist bequem per Zug zu erreichen. Bewandert wird die Strecke auf dem seit letztem Jahr neu ausgeschilderten Burgenweg (Nr. 691). Nach einem Schlenker über Sils im Domleschg, spaziert man für ein kurzes Stück parallel zur Autobahn, bevor man ab Fürstenau weitab vom Motorenlärm über Wiesen und vorbei an Schlössern, Burgen und Ruinen auf den höher gelegenen Terrassen des Domleschgs wandert. Einen Kaffee gönnt man sich in der Casa Caminada, das selbstgebackenes Brot, Brioche und Gipfeli auftischt. Nach Pratval empfehlen wir eine Routenänderung via Almens zum Lag da Canova. Einen triftigen Grund dafür gibt es: das Landhus Almens (mehr dazu weiter unten.) Den Endpunkt der Wanderung erreicht man am Bahnhof in Rothenbrunnen.

Burgenweg Domlescht (Nr. 691)

Strecke: 16,1 Km

Dauer: 4 Stunden 33 Minuten

Aufstieg: 325 Hm

Abstieg: 403 Hm

Ruine Obertagstein, Thusis
Ruine Obertagstein, Thusis
Viamala Tourismus, Roman Eugster
Ruine Campi, Sils i.D.
Ruine Campi, Sils i.D.
Viamala Tourismus, Roman Eugster
Schloss Baldenstein, Sils i.D.
Schloss Baldenstein, Sils i.D.
Viamala Tourismus, Roman Eugster

Das Restaurant: Landhus Almens

«Bündner trinken italienischen Wein, Unterländer den aus der Bündner Herrschaft», sagt Urs Reichen mit einem Lächeln im Gesicht. Sagts und empfiehlt zum Start einen Completer aus Malans. Das Weingut kennt er persönlich. Genauso wie er den Jäger kennt, der ihm gestern den Hirsch vorbeibrachte, den Landwirt, der ihm den Safran liefert oder die Familie, die ihm die Kartoffeln verkauft. Es gehört zur Philosophie der Küche von Amanda Theiler und Urs Reichen. Man kennt die Produzenten und ist in stetigem Austausch. Man könnte fast meinen, sie würden hier schon seit Jahrzehnten wirten, derart vernetzt sind sie. Doch tatsächlich öffneten sie die Tore ihres Landhus Almens erst vor sieben Jahren. In dieser Zeit avancierten sie zu einem beliebten Treffpunkt der Einheimischen und einem Ausflugsziel für Gäste.

Urs Reichen war in seinem früheren Leben Käsehändler. Die Sennereien der Viamala brachten ihn regelmässig in die Gegend. In Almens, einem kleinen Dorf im Domleschg legte er jeweils gerne eine Kaffeepause ein. Als das Gasthaus, ein ehemaliger Stall, zum Verkauf stand und er seine Käsehandlung in Zürich verkaufte, zog er mit Amanda Theiler hierher. Dabei legt Köchin Theiler nicht nur Wert auf regionale Kost, genauso verfolgt sie eine saisonale Küche: von Wurzelgemüse im Winter, über Spargeln im Frühling bis zu Wild im Herbst. Und für ihre Wildspezialitäten sind sie bekannt. Genauso wie für Ihre Gastfraundschaft. Das Motto der beiden sagt Urs Reichen, sei: «Die Gäste so bekochen und so bedienen, wie wir es auch selber gerne hätten.»



Er ist der Gastgeber und sorgt für einen hervorragenden Service, während sie die Region verkocht und daraus hochwertige, feine Gerichte zaubert.
Urs Reichen und Amanda Theiler

Er ist der Gastgeber und sorgt für einen hervorragenden Service, während sie die Region verkocht und daraus hochwertige, feine Gerichte zaubert.

Heidi Feldmann, R. Ruis
Das Gute liegt so nah – nach diesem Motto setzt man im Landhus Almens auf regionale Zutaten.
Saisonal und regional

Das Gute liegt so nah – nach diesem Motto setzt man im Landhus Almens auf regionale Zutaten.

Heidi Feldmann, R. Ruis
Woher das Fleisch kommt, wissen die Gastgeber. Denn die Jäger kommen jeweils persönlich bei Ihnen vorbei. Hier auf dem Bild die beiden Jäger Curdin Caduff und Riccardo Werner.
Wildsaison

Woher das Fleisch kommt, wissen die Gastgeber. Denn die Jäger kommen jeweils persönlich bei Ihnen vorbei. Hier auf dem Bild die beiden Jäger Curdin Caduff und Riccardo Werner.

Landhus Almens

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
10 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Housi Kobel

06.10.2020, 22:47

Grasburg an der Sense! Im Sommer immer viel los mit Päärchen und so! Ein Muss für Interessierte!

Nina M.S

06.10.2020, 22:47

Wohl die schönste Gegend in der ganzen Schweiz. Auch im Winter wärmstens zu empfehlen.

Nick Hartmann

06.10.2020, 22:45

Der Drosten hat was, was die Funiciello nicht hat: Einen Uniabschluss!