Clinch um «Thai-Tempel» - «Mehr Farbe und weniger Bünzli würde vielen Schweizern guttun»
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Clinch um «Thai-Tempel»«Mehr Farbe und weniger Bünzli würde vielen Schweizern guttun»

Der Streit um den Thai-Pavillon von Star-Tuner Ueli Anliker spaltet die Gemüter – auch in der 20-Minuten-Kommentarspalte. Ein Überblick über die unterschiedlichen Ansichten.

Selfmade-Millionär Ueli Anliker geht mit seinen Nachbarn auf Konfrontation – unter anderem mit nackten Frauen-Figuren.

Video: SUL

Darum gehts

  • Autotuner und -designer Ueli Anliker hat ohne Baubewilligung einen Thai-Tempel-ähnlichen Pavillon in seinem Garten errichtet.

  • Daraufhin hagelte es Einsprachen aus der Nachbarschaft. Das Häuschen gliedere sich nicht in das bestehende Ortsbild ein.

  • Anlikers Retourkutsche: Er prangerte die Einsprechenden öffentlich an und stellte nackte Puppen in seinen Garten.

  • Die 20-Minuten-Community zeigt sich gespalten: Während die einen den Anwohnerinnen und Anwohnern provinzielle Enge unterstellen, erachten andere Anlikers Vorgehen als rücksichtslos.

Der bekannte Star-Tuner und Selfmade-Millionär Ueli Anliker hat auf seinem Grundstück in Trimbach SO ohne Baubewilligung einen Pavillon errichtet, der in seiner äusseren Gestalt einem buddhistischen Tempel ähnelt. Aus der Nachbarschaft erfolgte prompt eine Sammeleinsprache; das Gartenhäuschen passe nicht ins Ortsbild, argumentieren die Anwohnerinnen und Anwohner. Anliker ging daraufhin auf Konfrontationskurs: Die Einsprechenden prangert er öffentlich an seinem Zaun an. Zudem hat er demonstrativ nackte Frauen-Puppen in seinen Garten gestellt.

«Wo liegt das Problem? Richtig: Neid»

Die Story um den exzentrischen Unternehmer gibt nicht nur in der Region zu reden, sondern auch in der Kommentarspalte. Wenig überraschend zeigt sich die 20-Minuten-Leserschaft im Hinblick auf den Pavillon und Anlikers Vorgehensweise gespalten. Nicht wenige User schlagen sich auf die Seite des exzentrischen Unternehmers. «Der Pavillon ist hübsch gemacht, macht keinen Lärm und steht niemandem vor der Aussicht. Wo genau liegt also das Problem der Nachbarn?», fragt User Bewunderer – und liefert die Antwort gleich selbst: «Richtig: Neid....»

Auch die viel besagte Schweizer Enge wird mehrfach kritisiert. «Etwas Farbe, Abwechslung und weniger Bünzli sowie etwas mehr Lockerheit würde noch einigen Schweizer guttun», findet etwa User Farbenfroher.
User Kopfkino ermutigt Anliker gar, noch mehr in die Offensive zu gehen gegen seine Nachbarschaft: «Man könnte die Püppchen noch in frivolere Posen bringen, um das Spiessertum noch stärker aus der Reserve zu locken.»

«Er will einfach sein Reich markieren»

Demgegenüber steht eine beträchtliche Zahl an Leserinnen und Lesern, welche die Vorbehalte der Anwohnerschaft gut nachvollziehen können. User Roberto X. erinnert an das lateinische Sprichwort «De gustibus non est disputandum» (»über Geschmack ist nicht zu streiten»). Dennoch findet er, dass man auf die Nachbarn Rücksicht nehmen sollte, gerade bei einer so exotischen Baute. «Aber hierzulande glauben ja leider immer mehr Leute, dass sie machen können, was sie wollen. Rücksichtnahme war gestern. Heute zählt nur noch das ICH ICH ICH!»

Reiche müssten sich ebenso an die Gesetze halten wie alle anderen, mahnt ein User: «Baurecht gilt auch für Millionäre, und da kann er sich nicht einfach drüber hinwegsetzen. Als Familienvater braucht man ja sogar für ein Baumhaus eine Baubewilligung.» Mit ironischem Unterton wünscht Nutzer Jubu jenen «viel Spass», die einen Nachbarn wie Anliker hätten: «Es geht nicht um Bünzlitum, er will einfach sein Reich markieren und da ist ihm jedes Mittel recht.»

Schliesslich gibt es noch jene, die sich weder auf die eine noch auf die andere Seite schlagen mögen. «Mir erscheint die Gegend nicht so edel, dass man nun so einen Aufstand wegen eines Gartenhäuschens machen muss», räumt Userin Hausbesitzerin ein. Doch ohne Bewilligung müsse der Pavillon wohl rückgebaut werden. User Disco-volante schliesslich ist dankbar für die Ablenkung von der Pandemie: «Wie ich merke, rückt Corona in den Hintergrund. Da kommt Freude auf.»

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(sul)

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