Ostschweiz: Mehr Flüchtlinge reisen ein – Schlepper erwischt
Aktualisiert

OstschweizMehr Flüchtlinge reisen ein – Schlepper erwischt

526 Flüchtlinge sind vergangener Woche in den Kanton St. Gallen eingereist – gut doppelt so viele wie in den Wochen zuvor. Auch ein Schlepper wurde verhaftet.

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526 Flüchtlinge sind in der vergangenen Woche in den Kanton St. Gallen eingereist.

526 Flüchtlinge sind in der vergangenen Woche in den Kanton St. Gallen eingereist.

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Der grösste Teil der Flüchtlinge kam laut Angaben der Polizei aus Syrien und Afghanistan.

Der grösste Teil der Flüchtlinge kam laut Angaben der Polizei aus Syrien und Afghanistan.

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Als Triangelstelle dient ein altes Postgebäude am Grenzbahnhof Buchs SG.

Als Triangelstelle dient ein altes Postgebäude am Grenzbahnhof Buchs SG.

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Die St. Galler Kantonspolizei registrierte in der vergangenen Woche bis zu 109 Einreisen pro Tag. Der grösste Teil der Flüchtlinge kam laut Angaben der Polizei aus Syrien (191) und Afghanistan (165). Eine kleinere Zahl von Flüchtlingen stammten aus dem Iran, Irak, Pakistan und Eritrea.

Notunterkünfte sind gefragt

Als Triangelstelle dient ein altes Postgebäude am Grenzbahnhof Buchs SG. Weil das Empfangszentrum des Bundes in Altstätten SG voll belegt ist, sind derzeit gut 150 Flüchtlinge in den Notunterkünften in Thal, Mels, Sennwald und Gams untergebracht, wie bei der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) zu erfahren war.

Rund 50 Flüchtlinge wollten nicht in St. Gallen bleiben, sondern reisten weiter. Sie wollten beispielsweise nach Frankreich, wie Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage erklärte. Auch diese Personen mussten sich im Bundes-Empfangszentrum registrieren lassen.

Syrischer Schlepper erwischt

Am vergangenen Freitag erwischte die Grenzwacht und die Polizei einen mutmasslichen Schlepper. Der Syrer mit Wohnsitz in Europa wollte mit seinem Privatauto Personen illegal über die Grenze in die Schweiz bringen.

Der Mann wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Diese hat ein Strafverfahren eröffnet und das Auto beschlagnahmt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Roman Dobler, der Nachrichtenagentur sda sagte. Der mutmassliche Schlepper wurde nach seiner Einvernahme wieder auf freien Fuss gesetzt.

Von Notlage weit entfernt

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hatte die Kantone vergangene Woche in einem Brief aufgefordert, sich auf einen raschen und starken Anstieg der Flüchtlingszahlen vorzubereiten. Die St. Galler Regierung antwortete auf mehrere dringliche Vorstösse im Kantonsrat, die Behörden seien dafür gerüstet.

Von einer Notlage sei man weit entfernt. Das SEM sei in der Pflicht, die Erstaufnahme der Asylsuchenden in den Bundeszentren und die Verteilung auf alle Kantone sicherzustellen, schrieb die Regierung. Man werde beim SEM diesbezüglich intervenieren.

(SDA)

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