Mehr Fluglärm für die Grossregion um Basel
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Mehr Fluglärm für die Grossregion um Basel

Nun droht auch der Grossregion Basel mehr Fluglärm: Frankreich plant nämlich die Einführung eines Instrumentelandesystems (ILS) für die Südpiste des Euroairports. Von Süden her wurde der Flughafen bisher nur auf Sicht angeflogen.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) will sicherstellen, dass nicht mehr Flugzeuge über Schweizer Gebiet landen, da die französische Seite einen zweiten Instrumentenanflug plant. Mit der Anwendung eines internationalen Übereinkommens sollen die Rechte der Betroffenen gewahrt werden.

«Wir wollen verhindern, dass durch die Hintertüre mehr Südanflüge durchgeführt werden», sagte BAZL-Sprecher Daniel Göring am Dienstag auf Anfrage. Frankreich plant nämlich wegen der heutigen Bedeutung des Flughafens die Einführung eines Instrumentelandesystems (ILS) für die Südpiste, wie einer BAZL-Mitteilung vom Dienstag zu entnehmen ist. Von Süden her werde der Flughafen bisher nur auf Sicht angeflogen. Diese Route wird bis anhin auch nur benützt, wenn wegen zu starkem Wind Anflüge von Norden her nicht möglich sind. Dies betrifft knapp zehn Prozent der jährlich rund 44.000 Anflüge auf den EuroAirport. Die Südanflüge werden zurzeit laut Göring je nach Windverhältnissen meist unregelmässig und in geballter Form nötig.

«Für uns ist entscheidend, dass die betroffene Bevölkerung sich zu dem neuen Anflugverfahren äussern kann», sagte Göring weiter. Ein Mitspracherecht von Schweizer Seite ist aber nicht zum Vornherein gegeben, denn laut dem Staatsvertrag zwischen Frankreich und der Schweiz über den binationalen Flughafen von 1949 ist die französische Seite für betriebliche Fragen zuständig. Ein Genehmigungsverfahren in der Schweiz mit Rekursmöglichkeiten vor Schweizer Gerichten sei deshalb nicht möglich.

Mit Rückgriff auf das von beiden Staaten ratifizierte Übereinkommen über die Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen will das BAZL trotzdem erreichen, dass sich die Schweizer Bevölkerung zu den französischen Plänen äussern kann. Frankreich sei durch das Abkommen verpflichtet, die schweizerischen Eingaben bei seinem Entscheid angemessen zu berücksichtigen.

Das BAZL habe diesen Vorschlag den Franzosen vor kurzem unterbreitet. Wie diese dazu stünden, sei noch unklar und werde sich in den kommenden Diskussionen zeigen. Laut Göring ist die Situation nicht mit derjenigen um den Flughafen Zürich-Kloten zu vergleichen. Bei dem binationalen Flughafen Basel-Mülhausen arbeiteten die beiden Ländern seit rund 50 Jahren eng zusammen und pflegten ein gutes Verhältnis. Göring rechnet daher auch mit einer gütlichen Einigung.

«Es ist noch zu früh, um genau zu sagen, welche Gebiete vom Fluglärm betroffen sein werden», führte Göring weiter aus. Bis Ende Jahr sollen aber die Details des Projekts bekannt sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eine Konsultation ist für das erste Quartal 2005 vorgesehen. (dapd)

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