Mehr Freiraum für Junge
Aktualisiert

Mehr Freiraum für Junge

Kinder und Jugendliche haben im Urteil der Kommission für Kinder- und Jugendfragen zu wenig Freiraum und zu wenig Zeit für sich, was unterem zu Bewegungsmangel führt.

Die Kommission will dies mit zahlreichen Empfehlungen und einem Aktionsplan ändern. Verlangt werden beispielsweise mehr Tempo-30-Zonen und mehr Sportförderung.

Die Situation sei vor allem ernst, was den Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen angeht, sagte Co-Autorin Anna Sax von der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen vor den Medien. Dieser erhöhe die Krankheitsanfälligkeit schon in jungen Jahren und drohe zunehmend zum Kostenfaktor im Gesundheitswesen zu werden. Der neue Präsident der Kommission, Pierre Maudet, warf Bundesrat und Parlament vor, in dieser Beziehung sehr widersprüchlich zu agieren. Einerseits wolle die Politik die Gesundheitskosten reduzieren, umgekehrt streiche sie aber Gelder für die Sportförderung.

Die Kommission fordert darum, dass der Bundesrat den Aktionsplan der Weltgesundheitsorganisation zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder umsetzt. Dieser verlangt unter anderem eine kinderfreundliche Stadtplanung und -entwicklung und eine Förderung von körperlichen Aktivitäten. Auch fordert die Kommission die Kantone auf, das Minimum von drei Stunden Sportunterricht auch tatsächlich anzubieten.

In ihrem Bericht kommen die Autoren auch zum Schluss, dass es den Kindern und Jugendlichen generell an Freizeit und Freiraum mangelt. Der Tagesablauf sei zu oft durchstrukturiert und finde häufig unter Aufsicht der Eltern statt. Kinder bräuchten zu ihrer Entfaltung aber auch freie Zeit zum unbeaufsichtigten Spielen oder Nichtstun. Die Kommission hat dazu eine Palette von Empfehlungen aufgestellt, die sich an Eltern, Betreuungspersonen sowie an die Politik richten. Dazu gehört die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in allen Wohngebieten, damit sich die Kinder sicherer vor dem Haus bewegen können. Generell soll der öffentliche Raum spielfreundlicher gestaltet werden, wobei jedoch den unterschiedlichen Bedürfnissen der beiden Geschlechter Rechnung zu tragen sei. Mit einer Skaterbahn allein sei beispielsweise das Problem nicht gelöst, da diese vorwiegend von Knaben benützt wird. Auch Räume zum «Herumhängen» müssen laut Kommission zugelassen werden. (dapd)

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