Handy am Steuer: Mehr Führerausweise entzogen
Aktualisiert

Handy am SteuerMehr Führerausweise entzogen

Mehr als 74  000 Personen mussten letztes Jahr den Führerausweis abgeben. Markant gestiegen ist dabei die Anzahl der Entzüge wegen Ablenkung durch Handys.

Lenker, die telefonieren, an ihrem Navi hantieren, sich verpflegen oder gar die Zehennägel schneiden: Unaufmerksamkeit im Strassenverkehr nimmt laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) stetig zu. Im letzten Jahr mussten 8506 Personen deshalb ihr Permis abgeben – 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptgrund dafür ist die Ablenkung wegen Telefonierens. «Dies alleine führt zu ­einer Busse von hundert Franken», so Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. «In Kombination mit anderen Übertretungen – wenn etwa ein Rotlicht überfahren oder ein Unfall verursacht wird – kann es zu einem Ausweisentzug führen.» Für Sabine Jurisch von der Strassenopfervereinigung Roadcross steht fest: «Diese Busse ist viel zu niedrig und muss heraufgesetzt werden.» Ausserdem fordert Roadcross, dass in einer Studie genau untersucht wird, ob und wie Lenker durch die verschiedenen Freisprech-Arten abgelenkt werden.

Einige Lichtblicke gibt es bei den neusten Zahlen des Bundes allerdings: So ist die Zahl der Personen, die wegen Fahrens unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten ihren Ausweis abliefern mussten, deutlich gesunken. Auch bei den unter 20-Jährigen sind die Ausweis­entzüge rückläufig.

(nm/ram)

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