Aktualisiert 29.04.2008 08:58

«Mehr gefährliche Szenen»

In Kanada sind die Eisfelder kleiner als in Europa. Das Schweizer Nationalteam versucht sich im Hinblick auf die WM darauf einzustellen. Im Testspiel am Sonntag gegen Russland (2:6) funktionierte die Umstellung noch nicht.

Die Rinks sind vier Meter weniger breit, dafür sind die Offensivzonen je einen Meter länger. Das erfordert Anpassungen in praktisch allen Spielsituationen, sei es bei numerischer Gleichzahl, im Power- oder Boxplay. «Da weniger Platz zur Verfügung steht, hat man viel weniger Zeit mit dem Puck», beschreibt Ivo Rüthemann den Hauptunterschied. «Es kommt viel schneller zu gefährlichen Szenen. Man muss deshalb immer auf der Hut sein.»

Bereits in den Trainingslagern auf der Lenzerheide, in Winterthur und Langenthal versuchte Nationalcoach Ralph Krueger, das Spiel auf den kleineren Rinks mit mobilen Banden und Absperrungen zu simulieren. Gegen Russland absolvierten die Schweizer erstmals auch ein Länderspiel auf einem kleinen Eisfeld. Die Arena in Trois-Rivières gilt inoffiziell als kleinste Eisfläche Nordamerikas und weist noch kleinere Ausmasse aus als die WM-Arenen in Québec und Halifax. In St-Hyacinthe, wo die Schweiz in der Nacht auf heuMittwoch gegen Dänemark den letzten Test absolvierte, entspicht die Eisfläche den WM- und NHL-Normen.

Die meisten Schweizer Spieler haben zu Beginn ihrer Karrieren an Junioren-Titelkämpfen in Übersee erste Erfahrungen mit den kleineren Eisfeldern sammeln können. Die Umstellung im ersten Spiel mit den «Grossen» gegen Russland klappte aber überhaupt nicht nach Wunsch. Individuelle Fehler führten immer wieder zu schnellen Gegenstössen der Russen, welche die Einladungen dankend annahmen und im Startdrittel zu drei Treffern nutzten. «Das Üben im Training ist das eine, aber im Spiel selbst ist es dann doch noch einmal etwas anderes», musste Rüthemann eingestehen. «Man kann die Umstellung im Vorfeld nicht vollumfänglich simulieren.»

Ob die kleinen Eisfelder einen Einfluss auf die Stärkeverhältnisse an der WM haben werden, bleibt abzuwarten. Ivo Rüthemann: «Es ist praktisch für alle Teams eine Umstellung. Die Vor- und Nachteile halten sich ungefähr die Waage. Es wird darauf ankommen, wer sich am schnellsten umgewöhnen kann.»

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