Mehr Geld für Marsmission gefordert
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Mehr Geld für Marsmission gefordert

Die britischen Erbauer der verschollenen Marssonde «Beagle 2» haben in einem internen Untersuchungsbericht indirekt Kritik an der Zusammenarbeit mit der europäischen Raumfahrtbehörde ESA geübt.

In dem am Dienstag in London vorgelegten Bericht schlossen sie für die Zukunft eine Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde NASA nicht aus.

«Beagle 2» sollte eigentlich Weihnachten 2003 auf dem roten Planeten landen. Seit die Sonde Mitte Dezember ihren von der ESA gebauten Transporter «Mars Express» verliess, wurden aber keine Signale mehr empfangen. Der grösste Fehler sei es gewesen, die Sonde lediglich als ein Zusatzgerät zum «Mars Express» der ESA zu betrachten, heisst es in dem Bericht. Bei einer künftigen Mission müsse der Landeroboter ein integraler Bestandteil des gesamtes Raumschiffes sein. Ausserdem müsse die Finanzierung verbessert werden.

Der Leiter des Entwicklungsteams von «Beagle 2», Professor Colin Pillinger, sagte, er habe schon schriftlich bei der NASA wegen einer Zusammenarbeit nachgefragt. Zwar würde er ein europäisches Programm vorziehen, aber auf der anderen Seite wolle das Team jede sich bietende Gelegenheit für eine neue Marsmission nutzen.

Bereits im Mai war der offizielle Untersuchungsbericht zur gescheiterten europäischen Marsmission vorgelegt worden, der von der ESA und der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde. Auch jener Bericht beklagte Managementfehler. In Zukunft sollten derartige Projekte besser geleitet und finanziell ausgestattet werden, hiess es. Neues über mögliche Ursachen des Scheiterns der Mission enthält der jetzt vorgestellte interne Bericht der britischen Wissenschaftler nicht.

Nach Aussage Pillingers könnten heftige Marsstürme vor der Ankunft für den Verlust verantwortlich gewesen sein. Durch sie könne die Atmosphäre aufgeheizt und dünner geworden sein. «Sie war dünner als erwartet», sagte Pillinger. «Wenn die Atmosphäre dünner ist, geschieht alles verzögert.» Die schützenden Fallschirme und Luftkissen des Roboters könnten deshalb nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht geöffnet worden sein.

«Mein Albtraum wäre, wenn «Beagle 2» auf dem Mars stünde und vielleicht wegen eines gebrochenen Kabels keinen Kontakt zu uns aufnehmen könnte», sagte Projektmanager Mark Sims. (dapd)

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