Mehr Geldwäscherei-Fälle befürchtet
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Mehr Geldwäscherei-Fälle befürchtet

Die Zahl der Verdachtsmeldungen wegen Geldwäscherei ist erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen. Massiv zugenommen haben im vergangenen Jahr die Meldungen im Bankenbereich.

Die Gesamtsumme aller gemeldeten Vermögenswerte lag bei 921 Millionen Franken, wie die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) mitteilte.

Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 795 Meldungen ein. Dies sind 28,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurde der dritthöchste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung der Meldeeingänge im Jahr 1998 erreicht. Markant zugenommen haben die Meldungen im Bankenbereich, und zwar um 37 Prozent. Dabei stieg vor allem der Anteil von Meldungen, die im Zusammenhang mit einem Anlagebetrug standen. Zurückgeführt wird diese Zunahme auf die positive Entwicklung der Finanzmarkt- und Börsengeschäfte. Laut MROS konnten auf der Hochkonjunkturwelle auch Anlagebetrüger mitreiten, die gutgläubige Kunden, die am schnellen Geld interessiert waren, mit ihren übersetzten und unglaubwürdigen Angeboten in die Falle lockten und dabei bei den Banken einen Geldwäschereiverdacht auslösten.

Demgegenüber nahmen jene Verdachtsmeldungen ab, die im Zusammenhang mit mutmasslicher Terrorismusfinanzierung bei der Meldestelle eingingen. Laut Mitteilung wurden sechs Meldungen registriert, was einen Anteil von 0,03 Prozent am Gesamtvolumen aller gemeldeten Vermögenswerte ausmachte. Die Gesamtsumme nahm um knapp 13 Prozent auf rund 921 Millionen Franken zu. Grund für die Zunahme ist der Anstieg der Meldungen aus dem Bankenbereich. Grundsätzlich würden zudem die professionellen Geldwäschereifachstellen der Finanzintermediäre mit ihren gut funktionierenden Überwachungssystemen zur Meldezunahme beitragen, schreibt die MROS.

Eine grosse Zunahme, nämlich um 110 Prozent, gab es auch bei den Melderechtsmeldungen. Laut Mitteilung liegt der Grund dafür darin, dass die Melderechtsmeldungen vermehrt an die Meldestelle und nicht mehr direkt an eine Strafverfolgungsbehörde gesendet werden, was sich in der Statistik der Meldestelle niederschlägt. Die Meldepflichtsmeldungen nahmen um elf Prozent bei den Banken und um 5,8 Prozent im übrigen Finanzsektor zu. Gemäss MROS waren die Meldungen von hoher inhaltlicher Qualität. Dies zeige auch die hohe Weiterleitungsquote von rund 79 Prozent. Allerdings gibt es unter den verschiedenen Arten von Finanzintermediären grosse Differenzen. Während die Weiterleitungsquote bei den Bankmeldungen bei knapp 91 Prozent liegt, ist sie im Bereich des Zahlungsverkehrs bei knapp 52 Prozent. Diese sei durch den hohen Anteil von Meldungen so genannter Money Transmittern beeinflusst. Dies sei eine Geschäftsart, die nur minimale Erkenntnisse über die Laufkundschaft zulasse, was sich in der Qualität der Meldungen niederschlage. (dapd)

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