Aktualisiert 12.02.2015 13:31

Jahresbilanz der Grenzwache

Mehr harte Drogen und mehr illegale Einwanderer

Verstösse an der Ostschweizer Grenze nahmen in fast allen Bereichen zu: Vom Drogen- über den Waffenschmuggel bis zu Migrationsdelikten.

von
qll
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«Ein spektakulärer Fang waren wohl die 20 Kilo Heroin auf einen Schlag», so Markus Kobler.

«Ein spektakulärer Fang waren wohl die 20 Kilo Heroin auf einen Schlag», so Markus Kobler.

Grenzwachtregion III
In 221 Fällen wurde Fleisch in Mengen von über 10 Kilogramm geschmuggelt.

In 221 Fällen wurde Fleisch in Mengen von über 10 Kilogramm geschmuggelt.

Grenzwachtregion III
Die Schmuggler sind sehr einfallsreich, was Verstecke anbelangt.

Die Schmuggler sind sehr einfallsreich, was Verstecke anbelangt.

Grenzwachtregion III

2014 wurden in der Grenzwachtregion III 90'665 Verzollungen (2013: 83'650) im Privatwarenverkehr vorgenommen. Dabei nahm die Grenzwacht rund 6,9 Millionen Franken ein, vier Prozent weniger als im Vorjahr, wie sie am Mittwoch mitteilte. Die Grenzwachtregion III umfasst die Kantone Graubünden, St. Gallen, beide Appenzell, Glarus sowie das Fürstentum Liechtenstein.

Bei den Warenkontrollen im privaten Reiseverkehr deckten die Grenzwächter 4122 Schmuggelfälle (2013: 3817) auf, was einer Zunahme von 8 Prozent entspricht. In 221 Fällen wurde Fleisch in Mengen von über 10 Kilogramm geschmuggelt. Bei einem grösseren Schmuggelfall wurde fast eine Tonne Pommes frites entdeckt.

Über 20 Kilo Heroin sichergestellt

Auch die Zahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz nahm zu. Die Grenzwacht deckte 382 Fälle von Drogenschmuggel auf (2013: 365). In 261 Fällen wurden Cannabisprodukte wie Marihuana oder Haschisch geschmuggelt. In 39 Fällen wurde versucht, Kokain und Heroin ein- oder auszuführen. Insgesamt wurden 21,8 Kilogramm Heroin, 6,5 Kilogramm Cannabis und 0,8 Kilogramm Kokain sichergestellt. «Ein spektakulärer Fang waren wohl die 20 Kilo Heroin auf einen Schlag», so Markus Kobler, Kommandant der Grenzwachtregion III. «2014 hatten wir einige grosse Drogen-Aufgriffe im Kilobereich.» Oftmals seien die Jahreszahlen beim Drogenschmuggel kaum vergleichbar – die Nachfrage auf dem Markt verändere sich ständig.

Eine besonders starke Zunahme verzeichneten die Grenzwächter beim Schmuggel von verbotenen Waffen. Sie zogen 536 (2013: 429) Waffen aus dem Verkehr. Es handelte sich hauptsächlich um Hieb- und Stichwaffen sowie Schreckschusspistolen. In einigen Fällen wurden auch scharf geladene Schusswaffen sichergestellt.

2615 gesuchte Personen geschnappt

Gefordert war die Grenzwacht bei der Personenfahndung: Sie schnappte 2615 (2013: 2348) Personen, die zur Fahndung ausgeschrieben waren. Davon waren 904 Personen (2013: 671) zur Verhaftung ausgeschrieben und weitere 308 (2013: 141) mit einer Einreisesperre belegt. Die Fahndungsgründe waren vielfältig: Sie reichten von offenen Bussen bis zu Gewaltverbrechen. «Es gab auch solche, die ausgewiesen wurden, dann aber trotz Einreisesperre versuchten, wieder illegal in die Schweiz einzureisen», so Kobler.

Besonders stark stieg die Zahl der angehaltenen Personen, die sich rechtswidrig in der Schweiz aufhielten. Mit 726 Personen (2013: 597) wurden 22 Prozent mehr Illegale geschnappt als im Vorjahr: «Ende Jahr versuchten vor allem Personen aus dem Kosovo, illegal einzuwandern oder besser gesagt durchzureisen», so Kobler. «Denn bei der Befragung stellte sich heraus, dass ihr Ziel eigentlich Frankreich war.» Nebst den Kosovaren wurden häufig auch Personen aus Afghanistan geschnappt.

Wegen der Zunahme an Delikten hätten die Grenzwächter im vergangenen Jahr «Knochenarbeit» leisten müssen, teilt sie weiter mit. Die Beamten hätten die Mehrarbeit mit «unverändert tiefem» Personalbestand bewältigen müssen. Zudem fehle es an einer zeitgemässen Kontrollinfrastruktur. «Ich wünsche mir für die Zukunft, dass unsere nationalen Volksvertreter die Sicherheit höher gewichten», so Kobler. «Denn um für die Zukunft gerüstet zu sein, benötigen wir mehr Mitarbeiter, die sich für die Sicherheit unserer Bürger rund um die Uhr einsetzen.» Das sei unter anderem eine finanzielle Frage. (qll/sda)

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