Aids: Mehr HIV-Infektionen bei Hetero-Männern

Aktualisiert

AidsMehr HIV-Infektionen bei Hetero-Männern

Die Zahl der neuen HIV-Fälle ist in der Schweiz im ersten Halbjahr 2008 verglichen mit dem Vorjahr leicht gestiegen. Vor allem bei heterosexuellen Schweizer Männern wurde das Virus häufiger diagnostiziert.

Bisher wurden 2008 zwölf Todesfälle von Menschen mit HIV oder Aids gemeldet. Bis zum vergangenen 26. Juni wurden 342 neue HIV-Diagnosen gemeldet, wie dem Bulletin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) von heute zu entnehmen ist.

Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2007 ist die Zahl der Fälle damit um neun gestiegen. Verantwortlich dafür ist eine Zunahme bei den Männern. Bei ihnen wurde das Virus 242 mal diagnostiziert, verglichen mit 233 Fällen im Vorjahr.

HIV-Infektionen unter Schwulen weiter ansteigend

Mehr Fälle wurden vor allem bei heterosexuellen Schweizer Männern verzeichnet. Das BAG will nächstens analysieren, worauf dieser Anstieg zurückzuführen sein könnte. Bei den Schweizer Frauen blieben die HIV-Infektionen auf dem tiefen Niveau des Vorjahres stabil, und bei den heterosexuellen Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika nahmen sie weiter ab.

Bei Schweizer Männern, die Sex mit Männern hatten, nahmen die Fälle laut BAG weiter linear zu. 96 Fälle waren fünf mehr als Ende Juni 2007. Die Ansteckungen bei homosexuellen Männern haben sich aber dank einem Rückgang bei den Männern mit europäischer Herkunft stabilisiert.

Stärkste Zunahme seit Jahren erwartet

Insgesamt rechnet das BAG fürs ganze Jahr mit ungefähr 800 HIV-Diagnosen. Das wäre der höchste Wert der vergangenen Jahre. Seit 2002 bewegte sich die Zahl zwischen 722 und 793 Fällen, im vergangenen Jahr waren es 763 Diagnosen.

Im ersten Halbjahr wurden zwölf Todesfälle bei Menschen mit HIV oder Aids gemeldet, elf davon mit Aids. Im ganzen Vorjahr waren es 70 Todesfälle, und davon 43 mit Aidsmeldung. Die Zahl der Aids-Toten stieg damit auf insgesamt 5749. (dapd)

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