Fall Nadine Vinzens – Mehr Impfdurchbrüche nach der Einmal-Impfung von Johnson & Johnson
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Fall Nadine VinzensMehr Impfdurchbrüche nach der Einmal-Impfung von Johnson & Johnson

Dass sie und ihr Partner wegen Covid-19 auf der Intensivstation landen würden, damit hatten die Ex-Miss-Schweiz Nadine Vinzens und ihr Partner nicht gerechnet. Sie waren ja geimpft. Doch der von ihnen gewählte Impfstoff ist im Ausland für Impfdurchbrüche bekannt.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson schützt vor einer Infektion weniger verlässlich als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson schützt vor einer Infektion weniger verlässlich als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Reuters
Auch bei der Verhinderung schwerer Verläufe schneiden mRNA-Vakzine besser ab als das von Johnson & Johnson.

Auch bei der Verhinderung schwerer Verläufe schneiden mRNA-Vakzine besser ab als das von Johnson & Johnson.

REUTERS
Einen Impfdurchbruch nach der Einmal-Impfung mit dem Johnson & Johnson-Vakzin erlebte auch Nadine Vinzens: Die Ex-Miss musste aufgrund ihres schweren Corona-Krankheitsverlaufs mit der Ambulanz ins Spital.

Einen Impfdurchbruch nach der Einmal-Impfung mit dem Johnson & Johnson-Vakzin erlebte auch Nadine Vinzens: Die Ex-Miss musste aufgrund ihres schweren Corona-Krankheitsverlaufs mit der Ambulanz ins Spital.

Privat

Darum gehts

  • Trotz Impfung erkrankten Nadine Vinzens und ihr Partner schwer an Covid-19.

  • Beide waren mit dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson immunisiert worden.

  • Sein Schutz fällt geringer aus als der der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

  • Im Ausland wird den damit Geimpften deshalb eine Auffrischungsimpfung empfohlen.

  • Für die Schweiz ist eine Empfehlung in Planung.

Vor rund zwei Monaten hat sich die Ex-Miss Schweiz Nadine Vinzens mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen und fühlte sich gut geschützt. Doch dann infizierte sie sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und erlitt einen schweren Verlauf. Sie verbrachte sogar einige Zeit auf der Intensivstation. Auch ihren Partner, den Frankfurter DJ Mark Reeve erwischte Covid-19 schwer.

Wie ihnen könnte es auch anderen gehen, die den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) erhalten haben. Denn der schützt weit weniger verlässlich vor einer Infektion als die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Während die zu rund 75 Prozent gegen eine symptomatische Infektion mit Delta schützen, bringt es der J&J-Impfstoff nur auf 65 Prozent, schlüsselt das deutsche Robert-Koch-Institut auf. Noch grösser ist der Unterschied bei der Verhinderung schwerer Verläufe: Die mRNA-Impfstoffe bringen es auf rund 90 Prozent, das Einmal-Vakzin auf 70 Prozent.

Das schlägt sich auch in der Zahl der Impfdurchbrüche nieder, wie Daten aus Deutschland und Frankreich zeigen. In beiden Ländern wird den mit J&J geimpften Personen empfohlen, sich nach vier Wochen mit einem mRNA-Impfstoff boostern zu lassen.

Empfehlung in der Schweiz steht noch aus

In der Schweiz gibt es keine solche Empfehlung – «weil es noch nicht dringend ist», so Christoph Berger, Präsident der Schweizer Impfkommission (Ekif). «Die ersten Impfungen mit Johnson & Johnson in der Schweiz sind ja noch gar nicht so lange her.» Man wolle sich aber zeitnah mit dem Thema befassen.

Jenen, die sich wie Vinzens und ihr Partner zu einem früheren Zeitpunkt im Ausland mit J&J haben impfen lassen, rät Berger, sich an den dort bestehenden Empfehlungen zu orientieren. Wer demnach jetzt schon an der Reihe für einen Booster sei, sollte sich diesen am selben Ort holen wie den ersten. «Das finde ich naheliegend», so Berger. Im Zweifelsfall wären aber auch Individuallösungen in der Schweiz denkbar. «Das wäre dann ein Off-Label-Use, aber ohne Weiteres möglich.»

Impfdurchbrüche in der Schweiz

In der Schweiz sind die Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson zugelassen. Rund 3,7 Millionen Menschen (42,93 Prozent) gelten als vollständig mit dem Moderna-Impfstoff immunisiert (Stand: 1. Dezember 2021). Etwas mehr als 1,9 Millionen Personen (22,46 Prozent) haben zwei Dosen von Biontech/Pfizer erhalten. Das Einmal-Vakzin von Johnson & Johnson wurde bislang knapp 39’547 Mal (0,45 Prozent) verimpft. Wenn auch sehr selten, kann es grundsätzlich nach allen Impfungen zu Impfdurchbrüche kommen. Denn kein Impfstoff schützt zu 100 Prozent. Zu wie vielen Impfdurchbrüchen es in der Schweiz bereits kam, ist unbekannt. Erfasst werden aktuell nur jene von Patientinnen und Patienten, die im Spital behandelt werden. Die Durchbrüche werden auch nicht nach Impfstoff unterschieden.

Der Anteil der Johnson & Johnson-Impfung ist in der Schweiz sehr gering. 

Der Anteil der Johnson & Johnson-Impfung ist in der Schweiz sehr gering.

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