Aschewolke sei dank: Mehr Jobs für CH-Models dank dem Vulkan
Aktualisiert

Aschewolke sei dankMehr Jobs für CH-Models dank dem Vulkan

Weil wegen der Aschewolke keine ausländischen Topmodels mehr in die Schweiz einreisen können, kommen vermehrt einheimische Models zum Zug.

von
Désirée Pomper
Topmodel Lucia Spodniakova sitzt in Athen fest – das männliche Pendant Bruno Santos in Mallorca. (Visage)

Topmodel Lucia Spodniakova sitzt in Athen fest – das männliche Pendant Bruno Santos in Mallorca. (Visage)

«Die letzten Tage waren eine Katastrophe», sagt Jad Hayek, Geschäftsführer der Schweizer Modelagentur Fotogen. Wegen der Vulkanasche steckten Models, Fotografen und Kunden fest. «Für uns stehen grosse Aufträge im höheren fünfstelligen Bereich auf dem Spiel.» Und auch Felix Siegmann von der Agentur Scout wartet jeden Tag darauf, dass die Flug­häfen ihren Betrieb endlich wieder aufnehmen: «Weil das Produktionsteam nicht aus Hongkong einfliegen kann, musste ein Fotoshooting für den Unterwäschehersteller Schies­ser in Zermatt mit dem Ex-Coke-Light-Mann Raphael Kägi verschoben werden.»

Dem brasilianischen Top­model Bruno Santos von der Schweizer Agentur Visage wurde ein Auftrag bis auf Weiteres gecancelt, weil er seit zwei Tagen in Mallorca festsitzt. Doch was die ausländischen Schönheiten wurmt, freut Schweizer Models: «Bleiben die internationalen Top­models weg, kommen einheimische Models zum Zug, die sich ja bereits im Land befinden», sagt Hayek von Fotogen. Kollegin Blank bestätigt: «Steht der Auftraggeber unter hohem Zeitdruck, sucht er sich eben neue Models.» Deshalb hat Blank ­bereits vorsorgliche Massnahmen getroffen: «Für heute haben wir ein Berliner Model ­gebucht. Sollte es mit dem Flug nicht klappen, greifen wir auf unser Schweizer Reserve­model zurück.»

Für die Modelagenturen sind Schweizer Models mit einer Gage von etwa 2000 Franken längst nicht so attraktiv: Die Provision fällt für sie bei den internationalen Beautys, die rund das Dreifache verdienen, weit höher aus.

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