Mehr Jugendpolizisten geplant

Aktualisiert

Mehr Jugendpolizisten geplant

Straftaten – vor allem Gewaltdelikte – haben in St.Gallen zugenommen. Mehr Jugendpolizisten sollen gegen die steigende Jugendgewalt kämpfen.

Um 6,2 Prozent ist die Zahl der erfassten Straftaten im Kanton St. Gallen gegenüber 2006 gestiegen. Dabei sank die Kriminalität in der Stadt leicht, nahm aber auf dem Land stark zu. «Eine genaue Erklärung haben wir nicht dafür. Einzelne Tätergruppen könnten der Grund sein», sagt Bruno Fehr, Chef der St.Galler Kripo. Auch die Jugendkriminalität hat erneut zugenommen, wie die gestern präsentierte Kriminalstatistik zeigt. Gegenüber 2006 ist sie um 2,9 Prozent gestiegen. Mehr als die Hälfte der Jugendgewaltdelikte wurden von ausländischen Tätern begangen. Auf die steigende Gewaltbereitschaft von Jugendlichen reagierte die Kapo mit einem Jugenddienst, der Anfang Jahr als Pilotprojekt eingeführt wurde. Laut Polizeikommandant Alfred Schelling sollen bis 2010 insgesamt acht solche Jugendpolizisten im Einsatz stehen. «Diese halten sich vor allem am Wochenende an Orten auf, wo sich Jugendliche vergnügen und es häufig zu Konflikten kommt», so Schelling.

kar

Fall Ylenia: Viel Arbeit

Der tragische Fall Ylenia hat die Kapo St.Gallen im vergangenen Jahr enorm in Anspruch genommen. Die Entführung des Mädchens am 31. Juli in Appenzell löste eine gross angelegte Suchaktion aus. 1000 Manntage hat die Polizei, 360 das Militär und 85 die Feuerwehr für den Fall aufgewendet. Dies schlägt sich in der Kriminalstatistik 2007 nieder: Die Abnahme der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt, wie stark die Polizei durch den Fall absorbiert war. In der Kriminalstatistik erscheint die Ermordung von Ylenia als eines von insgesamt sieben Tötungsdelikten.

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