Aktualisiert 20.01.2016 21:00

SCB-KriseMehr Leidenschaft und Tore – und zwar schnell

Nach dem Fall auf Platz 9 und damit aus den Playoff-Rängen steigt die Nervosität in Bern. Der Trainer ist aber kein Thema.

von
Peter Berger

Die sportliche Führung neben dem Eis mit Alex Chatelain nimmt die Mannschaft in die Pflicht (siehe Box). Für den Sportchef und auch für CEO Marc Lüthi ist Trainer Lars Leuenberger kein Thema. Boss Lüthi mag keine Interviews geben, empfing aber am Mittwochabend im Stadion rund 15 Fans zur «Chropfleerete».

Nach der Heimkehr am Dienstagabend aus Genf hatte sich bereits die Mannschaft zur Krisensitzung eingefunden. Captain Martin Plüss sagt indes: «Das war keine Krisensitzung, sondern eine Team-Besprechung, wie wir sie schon des öfteren hatten.» Trainer Leuenberger war informiert, aber nicht dabei. «Ich habe das von den Spielern sogar gefordert», sagt der Coach dazu. Offensichtlich war bei der 1:4-Niederlage gegen Servette einmal mehr, dass das Team zwar nie aufgab, aber auch nicht fähig war, in irgendeiner Form zu reagieren. «Ich sage immer, zum Kämpfen braucht es kein Talent, sondern Leidenschaft», hält Leuenberger fest.

Leuenberger glaubt an die Wende

Der Coach hat noch andere Mängel beobachtet: «Wir schiessen zu wenig Tore.» Zuletzt resultierte gegen Langnau (1:2), Davos (1:2 n.P.) und eben Genf immer nur ein Treffer. «So kann man nicht gewinnen», weiss Leuenberger. Dabei ist sich der Coach durchaus bewusst, dass gerade Siege «die beste Medizin» sind.

Leuenberger glaubt nach wie vor an die Wende. Selbst sei er überhaupt nicht ratlos.

Dass der Nachfolger von Guy Boucher wie vor zwei Jahren in der gleichen Situation (damals als Nachfolger von Antti Törmänen) erneut freiwillig ins zweite Glied zurückkehrt, ist für ihn diesmal ausgeschlossen. «Zu tausend Prozent werde ich das nicht machen. Denn ich bin sicher, wir schaffen die Playoffs.»

Ebbett vor Rückkehr

Hoffnung schöpft Leuenberger auch aus der Tatsache, dass Andrew Ebbett dreieinhalb Monate nach seiner Knieoperation vor der Rückkehr steht. Zusammen mit Trevor Smith und Chuck Kobasew war der Stürmer ursprünglich als eine der Leaderfiguren im Team vorgesehen gewesen. Bekanntermassen fehlt(e) das Trio mehrheitlich verletzt. Dazu fiel mit Stammtorhüter Marco Bührer eine weitere Teamstütze aus. Die Verantwortung lastete so einmal mehr zu stark auf Martin Plüss.

Nun erhält der 38-jährige Captain und Routinier mit Ebbett auf der Center-Position zumindest etwas Entlastung. Und Leuenberger kann mit der Rückkehr des Kanadiers auch auf den Ausländerpositionen endlich rotieren und zum Beispiel den derzeit ungenügenden Derek Roy oder Topskorer Cory Conacher, der im neuen Jahr immer noch auf sein erstes Tor wartet, eine Denkpause verpassen. Ebenfalls wieder ins Team kommt Tristan Scherwey, der Stürmer hat seine drei Spielsperren abgesessen.

Drei Fragen an SCB-Sportchef Alex Chatelain Was unternehmen Sie?

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Es gibt keine Inputs von aussen mehr. Die Zeit der Ausreden ist für die Spieler vorbei. Aus der Mannschaft müssen sich nun Leader entwickeln, die vorangehen.

Wer soll das sein?

Ich nenne keine Namen, nehme aber vor allem diejenigen Spieler in die Pflicht, die eine Führungsrolle versprochen haben und entsprechend bezahlt werden. Es geht nicht darum, dass sie einander anschreien. Vielmehr ist eine konstruktive Eigeninitiative gefordert. Wenn sie dabei in irgendeiner Form Hilfe brauchen, bin ich natürlich da.

Wie bezeichnen Sie die aktuelle Situation? Auf jeden Fall ist es fünf vor zwölf. Wichtig sind nun gegen Lugano, Biel und Lausanne Punkte. Und zwar nicht einer oder zwei, sondern Vollerfolge, also Drei-Punkte-Siege. (pbt)

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