Aktualisiert 27.10.2009 10:41

GreifenseeMehr Luft für die Fische

Erstmals ist der Greifensee in diesem Sommer belüftet worden, um die Lebensbedingungen für Fische zu verbessern. Die Felchen nutzten - vor allem im Hitzemonat August - den durch die Belüftungsanlage geschaffenen optimalen Lebensraum als Rückzugsort.

Ohne die Belüftungsmassnahmen besteht in den heissen Sommermonaten im überdüngten Greifensee die Gefahr eines Fischsterbens, weil der Lebensraum für verschiedene Fischarten stark eingeschränkt wird: In der Tiefe fehlt es an lebensnotwendigem Sauerstoff und in den oberflächennahen Seeschichten ist es zu warm.

Felchen überleben nur in einer dünnen Wasserschicht, in der das Wasser kühler als 21 Grad und genügend sauerstoffhaltig ist. Mit einer einfachen Belüftungsanlage wurde nun der Greifensee vom 25. Mai bis Ende September erstmals künstlich mit Luft versorgt, wie die kantonale Baudirektion in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Auf einer Fläche von einem Quadratkilometer konnte während der kritischen Hochsommerzeit eine ausreichende Sauerstoffversorgung sichergestellt werden.

Mit einem Kompressor wurde Luft durch zwei rund 1,5 Kilometer lange Kunststoffleitungen zu zwei Verteildüsen im See gepresst. In einer Tiefe von 12,5 Meter traten die feinen Blasen ins Seewasser aus, das kalte, sauerstoffarme Wasser aus der Tiefe mischte sich mit dem warmen, sauerstoffreichen Wasser an der Seeoberfläche.

Regen förderte Algenwachstum

Kräftige Niederschläge spülten in diesem Sommer verschiedene Nährstoffe wie Phosphor in den See, was zu einem starken Algenwachstum führte. Die Badewassertemperatur wurde aufgrund des wechselhaften Sommerwetters nur für kurze Zeit überschritten.

Erst das sonnige und heisse Augustwetter liess die Seewassertemperaturen stark ansteigen. In den tiefen Wasserschichten verschlechterten sich die Sauerstoffverhältnisse durch natürliche Abbauprozesse zusehens, wie es in der Mitteilung heisst.

Die für Felchen ungünstigsten Bedingungen im Greifensee herrschten am 27. August. Die Fischerei- und Jagdverwaltung stellte mit einem Echograf im belüfteten Gebiet eine grössere Ansammlung von Fischen fest.

Mit Hilfe von Modellrechnungen und den in diesem Sommer gewonnenen Messergebnissen will das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) den Betrieb der Belüftungsanlage im nächsten Jahr noch verbessern. Ziel sei es, den Lebensraum für die Fische zu vergrössern. (sda)

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