Zürich: Mehr Platz für Velofahrer dank gelben Streifen

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ZürichMehr Platz für Velofahrer dank gelben Streifen

60 Zentimeter breite hellgelbe Markierungen auf der Strasse sollen Velofahrern mehr Platz am Fahrbahnrand verschaffen. Auf der Seefeldstrasse testet die Stadt, ob das wirkt.

von
som

Seefeldstrasse am Freitagmittag: Die Velofahrer schlängeln sich wie üblich an den Autos und Trams vorbei - auf den helbgelben Streifen, den die Stadt nur wenige Stunden zu vor an den rechten Fahrbahnrand gemalt hat, achten sie nicht. «Das ist mir gar nicht aufgefallen», sagt ein Velofahrer, als ihn 20 Minuten auf die Markierung anspricht: «Auch würde ich deswegen nicht näher am Strassenrand fahren», sagt er.

Doch genau das soll die 60 Zentimeter breite Markierung bewirken. Diese hatte die Stadt auf einem 100 und 40 Meter langen Abschnitt auf der Seefeldstrasse testweise angebracht, wie sie am Freitag mitteilte. Die Dienstabteilung Verkehr und das Tiefbauamt untersucht nun, ob die hellgelben «Bänder» Autolenker dazu bringen, auf ihrer Spur eher links zu fahren. Aufgrund der Streifen, hofft die Stadt, würden Velofahrerinnen und -fahrer zudem tendenziell eher rechts fahren und besser an den stehenden oder langsam fahrenden Fahrzeugen vorbeikommen. Dies soll das Vorwärtskommen erleichtern und verhindern, dass Velolenker gefährliche Manöver vornehmen oder verbotenerweise aufs Trottoir ausweichen. Ergebnisse des Versuchs liegen Anfang 2015 vor.

Markierungen an der Langstrasse mit mässigem Erfolg

Neu sind die Streifen allerdings nicht, wie Heiko Ciceri, Kommunikationsverantwortlicher Dienstabteilung Verkehr, sagt: «In anderen Gemeinden sind sie bereits angebracht.» Allerdings wisse man nichts über deren Wirkung: «Auch lässt sich Zürich nur schwer mit einer kleinen Gemeinde vergleichen.» Vor einigen Jahren wurde zudem die Zürcher Langstrasse mit grauen Streifen ausgestattet, damit Autofahrer mehr links fahren und Velofahrer besser an ihnen vorbeikommen - allerdings mit bescheidenem Erfolg, wie Ciceri zugibt. Hoffnung, dass dies nun anders wird, hat er dennoch: «Gelb ist auffälliger als Grau.» Zudem sei die Seefeldstrasse breiter als die Langstrasse: «Autolenker getrauen sich hier wohl eher, in der Strassenmitte zu fahren.»

Begleitend zum Versuch an der Seefeldstrasse führt die Bike Police der Stadtpolizei in den nächsten Wochen an diversen Orten eine Präventionskampagne durch. Autofahrende erhalten kleine Aufmerksamkeiten mit der Botschaft «Bitte Gasse frei lassen». (som/sda)

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