Winterthur: Mehr Polizei am Bahnhof - mehr Verhaftungen

Aktualisiert

WinterthurMehr Polizei am Bahnhof - mehr Verhaftungen

Die Zahl der Verhaftungen beim Winterthurer Hauptbahnhof hat in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Grund dafür ist nicht ein Sicherheitsproblem, sondern mehr Polizeipräsenz.

Auf dem Bahnhofareal von Winterthur verhaftet die Polizei deutlich mehr Personen - hier der Bahnhofplatz.

Auf dem Bahnhofareal von Winterthur verhaftet die Polizei deutlich mehr Personen - hier der Bahnhofplatz.

Im Jahr 2013 stockte die Kantonspolizei Zürich ihren Posten im Hauptbahnhof Winterthur auf: Statt wie vorher 10 arbeiten dort heute 16 Polizistinnen und Polizisten. Diese Zunahme schlägt sich in der Statistik nieder. In diesem Jahr wurden bereits 158 Verhaftungen am Bahnhof Winterthur vorgenommen. Das sind 50 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres.

In den meisten Fällen klickten die Handschellen wegen Vermögensdelikten wie Gepäck- oder Taschendiebstahl, wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz oder wegen Betäubungsmitteldelikten, wie die Verantwortlichen der Kantonspolizei am Dienstag im Rahmen eines Medienanlasses von Kantonspolizei Zürich und Stadtpolizei Winterthur erklärten.

Beruhigte Partymeile

Die Winterthurer Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier ist froh um diese Personal-Aufstockung, konnte in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei doch auch die Partymeile merklich beruhigt werden. Noch im vergangenen Jahr wurden wegen der vielen trinkfreudigen Partygängern fast jedes Wochenende Schlägereien gemeldet. Mittlerweile sind Gewaltdelikte seltener geworden.

Die Kooperation zwischen Stadtpolizei Winterthur und Kantonspolizei funktioniere hervorragend, sagte Günthard-Maier. «Da gibt es null Reibungsfläche.» Auch bei anderen Ereignissen wie etwa dem Hochrisiko-Spiel FC Winterthur gegen den FC Basel vom 21. September habe man gut zusammengearbeitet.

Stadtpolizei abschaffen?

Genau dieses Fussballspiel, bei dem es zu keinerlei Ausschreitungen kam, war für Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) Auslöser, an einem Medienanlass die gute Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei Zürich und Stadtpolizei Winterthur zu betonen. Einen Zusammenhang mit den am vergangenen Wochenende publik gewordenen Forderungen, die Stadtpolizei in die Kantonspolizei zu integrieren, gebe es nicht, betonte er. «Dass diese zwei Dinge zeitlich zusammenfallen, ist reiner Zufall.»

Winterthurer Gemeinderäte regen in einem Vorstoss an, die Stadtpolizei Winterthur abzuschaffen und deren Aufgaben der Kantonspolizei zu übertragen. So könne möglicherweise viel Geld gespart werden.

Bei der Winterthurer Polizeivorsteherin kommt diese Idee nicht gut an. «Für eine Integration besteht kein Anlass», sagte Günthard-Maier. Die Zusammenarbeit klappe ja sehr gut und die Stadtpolizei arbeite schon heute sehr günstig. Auch Fehr winkte ab. Solch gut funktionierende Beziehungen solle man nicht aufs Spiel setzen, sagte er. Die Kantonspolizei arbeite künftig aber gerne noch enger mit der Stadtpolizei zusammen. (sda)

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