St. Gallen: Mehr Schüler sollen wieder an die Kanti

Aktualisiert

St. GallenMehr Schüler sollen wieder an die Kanti

Nur jeder siebte Schulabgänger entscheidet sich im Kanton St.Gallen für das Gymnasium – Schweizer Negativrekord. Die Behörden sehen keinen Handlungsbedarf und ernten dafür Kritik.

von
Mario Pavlik

Mit 13,7 Prozent hat der Kanton St.Gallen seit neustem die tiefste Maturitätsquote der Schweiz. Erstaunlich, denn laut der aktuellen Pisa-Studie stehen die St.Galler Primarschüler leistungsmäs­sig an der Spitze der Deutschschweiz.

Wieso die St.Galler mit der Maturitätsquote den letzten Rang belegen, kann sich auch die SP-Kantonsrätin Elsbeth Schrepfer nicht erklären. Für sie ist dieser Zustand aber unbefriedigend: «Ein Kanton, der eine Uni beherbergt und sich als Bildungsstandort profiliert, kann sich eine solche Quote nicht leisten.» In einer Interpellation fragt Schrepfer nun die Regierung nach den Gründen und was dagegen unternommen wird.

Die Behörden sehen aber keinen Handlungsbedarf. «Die Maturitätsquote in St.Gallen war immer tief, dafür werden andere Bildungswege mehr genutzt», so Christoph Mattle, Leiter des Amtes für Mittelschulen. Man werde nun zwar abklären, wo die Gründe für die tiefe Quote liegen, Reaktionen seien derzeit aber keine geplant. Schrepfer versteht dies nicht: «Ich bin überzeugt, dass bei den St. Galler Schülern viel Potenzial brachliegt.»

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