Umbaumassnahmen: Mehr Sicherheit und Stehplätze im Letzigrund
Aktualisiert

UmbaumassnahmenMehr Sicherheit und Stehplätze im Letzigrund

Im Zürcher Letzigrund wird derzeit mit baulichen Massnahmen die Sicherheit erhöht. Ausserdem gibt es ab der Rückrunde die von den FCZ-Fans heiss ersehnten Stehplätze in der Südkurve.

von
Marianne Koller
sda
Ende August 2010 schraubten FCZ-Fans im Letzigrund kurzerhand 2000 Sitzplätze ab, um ihrem Wunsch nach Stehplätzen Nachdruck zu verleihen.

Ende August 2010 schraubten FCZ-Fans im Letzigrund kurzerhand 2000 Sitzplätze ab, um ihrem Wunsch nach Stehplätzen Nachdruck zu verleihen.

Zum Start der Rückrunde Anfang Februar treffen die Fussballfans in Zürich auf Neuerungen: Im Stadion Letzigrund werden während der Winterpause diverse bauliche Massnahmen umgesetzt, um die Sicherheit zu erhöhen. Zudem gibt es in der Südkurve Stehplätze.

«Mit allen Bauarbeiten ist man im Zeitplan», sagte Patrick Pons, Sprecher des Stadtzürcher Schul- und Sportdepartementes, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die leicht zu beschädigende und zu durchbrechende Umzäunung der Gästesektoren wird durch demontierbare Sektorentrennungen aus Stahl und Sicherheitsglas ersetzt.

Ausserdem werden die Zutrittsanlagen zu den beiden Gästesektoren neu mit Sicherheitstoren und je drei mannshohen Drehkreuzen ausgerüstet. Eine 2,20 Meter hohe Umzäunung ergänzt die bereits bestehenden Banden gegen das Spielfeld hin.

Ausschreitungen beim Zürcher Derby

Nach Ansicht des Zürcher Stadtrates ist diese Umzäunung «schwer zu übersteigen und verschafft den Sicherheitskräften Zeit für allfällige Interventionen». Bereits im November 2010 hat er für Umbauten in den beiden Sektoren 1,2 Millionen Franken bewilligt.

Sicherheit im Letzigrund immer wieder ein Thema

Das Stadion Letzigrund war eigentlich als Leichtathletik- beziehungsweise Event-Stadion geplant worden. Da sich der Bau des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm-Areal verzögert, wurde für die Fussballeuropameisterschaft 2008 das Letzigrund-Projekt vorgezogen und das Stadion möglichst fussballtauglich eingerichtet.

Seit der Eröffnung sorgt das Thema Sicherheit im Letzigrund immer wieder für Diskussionen. Besonders hitzig ging es nach dem Derby vom 2. Oktober 2011 zu und her. Der Schiedsrichter hatte das Spiel kurz vor Schluss abgebrochen, weil es auf den Zuschauerrängen zu Tumulten gekommen war.

Auslöser dafür war ein FCZ-Fan, der eine brennende Petarde in den GC-Sektor geworfen hatte. Danach kam es zu weiteren Scharmützeln in der Nähe des Stadions.

Stehplätze in der Südkurve

Immer wieder äusserten eingefleischte FCZ-Fans den Wunsch nach Stehplätzen. Schliesslich erklärte sich die Stadt als Besitzerin des Stadions bereit, Stehplatztribünen zu errichten - aber nur, wenn sich die Fussballclubs GC und FCZ mit je 350 000 Franken beteiligten. Der FCZ sagte Ja, GC Nein.

Deshalb gibt es nun nur in der FCZ-Südkurve ab Februar Stehplätze. Die Errichtung der Stehplatztribüne erfordert unter anderem den Einbau von Wellenbrechern, die Verbreiterung der Treppenstufen und zusätzliche Fluchttore.

Die Gesamtkosten für die verbesserte Einzäunung und das Errichten der Stehplatztribüne betragen 1,92 Franken. Davon hat der Stadtrat 1,2 Millionen Franken als gebundene Ausgaben für die notwendige Verbesserung der Umzäunungen der Gästesektoren bereits bewilligt.

Die neben dem FCZ-Beitrag verbleibenden 370 000 Franken gelten als neue Ausgaben. Den dafür nötigen Objektkredit kann der Stadtrat in eigener Kompetenz sprechen. Der Betrag ist für den Umbau der Heimfansektoren und die damit verbundene Verstärkung der Abschrankungen vorgesehen.

Deine Meinung