Mehr Sozialhilfefälle im Kanton Zürich
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Mehr Sozialhilfefälle im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich hat die Zahl der Sozialhilfefälle im 2003 um über zehn Prozent zugenommen. Überdurchschnittlich stark stieg die Zahl der jungen Sozialhilfebezüger.

Insgesamt erhielten 3,2 Prozent der Zürcher Bevölkerung Sozialhilfeleistungen.

Wie aus dem vom Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag veröffentlichten Sozialbericht des Kantons Zürich hervorgeht, wurden im Kanton Zürich im Jahr 2003 fast 40.000 Menschen mit Sozialhilfeleistungen unterstützt. Ein erhöhtes Sozialhilferisiko haben vor allem Alleinstehende, Alleinerziehende, Ausländer und schlecht Qualifizierte. Insgesamt wurden netto 269 Millionen Franken für Sozialhilfeleistungen und 471 Millionen franken für die weiteren Bedarfsleistungen aufgewendet.

Innert Jahresfrist stieg die Zahl der Sozialhilfefälle um über zehn Prozent an. Überdurchschnittlich stark nahm die Zahl der jungen Erwachsenen zu. Die Sozialhilfequote bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liegt laut BFS im kantonalen Durchschnitt bei 5,6 Prozent, in der Stadt Zürich bei 10,2 Prozent und in Winterthur bei 8,6 Prozent. Offenbar hätten die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, die Verkürzung der Bezugsdauer der Arbeitslosenversicherung (ALV) von 520 auf 400 Tage und die Erhöhung der Mindestbeitragszeit der ALV dazu geführt, dass junge Erwachsene zunehmend auf Sozialhilfe angewiesen seien, schreibt das BFS.

Ein wichtiger Risikofaktor für die Sozialhilfeabhängigkeit ist eine mangelhafte oder fehlende berufliche Qualifikation. 50 Prozent der Sozialhilfebezüger verfügen über keine berufliche Ausbildung. Dies trifft laut BFS häufig bei Ausländerinnen und Ausländern zu, weshalb diese Gruppe in der Sozialhilfe überdurchschnittlich vertreten ist. (dapd)

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