Neues von der CES: Mehr Tempo, weniger Knöpfe

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Neues von der CESMehr Tempo, weniger Knöpfe

Schneller und besser vernetzt: Die diesjährige Consumer Electronics Show in Las Vegas wird von Smartphones und Tablets dominiert. Quad-Core und Inter-Konnektivität heissen die Stichwörter.

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mbu/sda
Die Messebauer treffen die letzten Vorbereitungen. Heute wird die CES für die Presse ihre Tore öffnen.

Die Messebauer treffen die letzten Vorbereitungen. Heute wird die CES für die Presse ihre Tore öffnen.

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gilt als die bedeutendste Veranstaltung der IT-Branche. In diesem Jahr (10. bis 13. Januar) werden über 2700 Aussteller ihre Highlights präsentieren. Die Veranstalter rechnen mit über 140 000 Besuchern. Microsoft-Chef Steve Ballmer wird heute mit seiner Keynote die IT-Messer eröffnen. Es dürfte allerdings sein letzter grosser Auftritt an der CES sein: Microsoft will sich künftig vermehrt auf eigene Veranstaltungen konzentrieren. So wird es auch von Apple gehandhabt. Das IT-Unternehmen aus Cupertino glänzte in der Vergangenheit durch Abwesenheit in Las Vegas.

Quad-Core, Quad-Core, Quad-Core

«Erwarten Sie keine Revolutionen. Die Show 2012 ist eher als Evolution jener Technologien zu sehen, die seit 2010 vorgestellt wurden», sagte Shawn Dubravac, Forschungschef des US-Branchenverbands Consumer Electronics Associaton (CEA) am Vorabend der heute beginnenden Presse-Tage. In diesem Jahr werden Quad-Core-Prozessoren für Smartphones und Tablets im Fokus stehen. Sie sollen mehr Geschwindigkeit bringen und den stetig wachsenden Anforderungen der Betriebssysteme gerecht werden. Wie sich die Power-Chips auf die Akkuleistung auswirken wird, bleibt zu beobachten.

HTC hat mit den Modellen Edge und Zeta erste Quad-Core-Smartphones angekündigt. Eventuell werden sie aber erst im Februar am Mobile World Congress in Barcelona zu sehen sein. Von Samsung wird das Galaxy S3 erwartet und von Nokia das «neue Spitzenmodell» Lumia 900 mit Windows Phone 7. Auch Sony Ericsson hat «etwas Grosses» angekündigt.

Tablet-Boom geht in die nächste Runde

Bei den Tablets dürften einige neue Android-Modelle präsentiert werden. So wird Asus mit dem Transformer Prime das erste Android-4-Tablet mit ultraschnellem Quad-Core-Prozessor zeigen. 20 Minuten Online konnte das Gerät im Vorfeld schon antesten - und war trotz des stolzen Verkaufspreises von 699 Franken sehr angetan. Auch Quad-Core-Tablets von Acer, HTC, Lenovo, Samsung und Toshiba werden in Las Vegas eventuell zu sehen sein.

Obwohl die Akzeptanz auf Kundenseite noch bescheiden ist, bleibt 3D ein weiteres grosses Thema an der CES. LG hat ein Luxus-OLED-TV mit einer Bildschirmdiagonalen von knapp 140 cm angekündigt. Kostenpunkt: 9500 US-Dollar. Es ist davon auszugehen, dass künftig aber auch Billiggeräte 3D-kompatibel sein werden.

Besser vernetzt

Auch die Benutzerfreundlichkeit ist ein grosses Thema, Fernbedienungen mit unzähligen Knöpfen liegen nicht mehr im Trend. So werden neue Konzepte zu sehen sein, die etwa Gesten- und Spracherkennung nutzen. Zudem wird die drahtlose Kommunikation zwischen den verschiedenen Geräte voranschreiten. «Der Trend geht klar zu Inter-Konnektivität. Noch funktioniert das schlecht. In Zukunft soll dies reibungsloser passieren», sagte Dubravac.

Windows 8 mit Metro-Look

Microsoft wird einen Einblick in die Welt von Windows 8 geben, welches sich noch in der Entwicklung befindet. Der User hat dabei die Möglichkeit, zwischen der klassischen Ansicht und dem Metro-Look zu wechseln, den man von der Windwos-Phone-7-Oberfläche her kennt. Die Bedienung funktioniert mittels Touchscreen, Maus und Tastatur. Windows 8 ist auf Tablets ausgerichtet, welche die verbreitete Prozessortechnik des britischen Chip-Spezialisten ARM nutzen. Bisher hat sich Microsoft an der Intel-Welt orientiert. Die neuste Version des sich mit Abstand am stärksten verbreiteten Betriebssystems wird voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Eine Billion Dollar Umsatz

«Die Marktchancen verschieben sich von den Industrie- zu den Schwellenländern», sagte der CEA-Chefanalyst Steve Koenig am Sonntag. Den weltweiten Umsatz mit Elektronikgeräten taxiert die CEA auf 1,038 Billionen Dollar (2011: 993 Mrd. Dollar). Das wäre ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zu 2011. Grosses Wachstum sieht der Verband in asiatischen Entwicklungsländern ( 18 Prozent), vor allem in China und Indien, sowie in Lateinamerika ( 11 Prozent). In den USA dürfte der Umsatz dagegen stagnieren, in Westeuropa angesichts der wirtschaftlichen Krise sogar sinken.

Die Kräfteverhältnisse haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Der Umsatz in den Industrieländern - also den USA, Westeuropa, Japan und Südkorea - werde 2012 mit 557 Mrd. Dollar nur noch knapp höher liegen als in den Schwellenländern mit 482 Mrd. Dollar, berichtete die CEA.

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