Finanzmarktaufsicht: Mehr Transparenz in der Vermögensverwaltung
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FinanzmarktaufsichtMehr Transparenz in der Vermögensverwaltung

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) will Interessenkonflikten im Vermögensverwaltungsgeschäft mit erhöhten Anforderungen an die Transparenz begegnen.

In einer am Freitag eröffneten Anhörung über Anreizsysteme und Interessenkonflikte beim Vertrieb von Finanzprodukten wird eine stärkere Transparenz über Vertriebsvergütungen gegenüber den Endkunden vorgeschlagen.

Die Vermögensverwalter sollen ihre Kunden demnach im Voraus über die Existenz und die Berechnung von Leistungen Dritter sowie über den Umgang mit allfälligen Interessenkonflikten informieren, wie es in einer EBK-Mitteilung heisst.

Auf Wunsch der Kunden soll zudem die Höhe bereits erhaltener Leistungen Dritter offen gelegt werden. Die EBK reagiert damit unter anderem auf die Debatte, die ein Bundesgerichtsurteil im Jahre 2006 ausgelöst hatte. Es entschied, dass unabhängige Vermögensverwalter Retrozessionen, die sie von Banken erhalten, an die Kunden weitergeben müssen.

Weil die Branche schon Vorkehrungen gegen die Übervorteilung von Kunden getroffen hat, verzichtet die EBK gemäss der Mitteilung auf regulatorische Radikallösungen. In einer weiteren Anhörung stellt die Bankenkommission Eckwerte für Mindeststandards zur Diskussion, die in der Vermögensverwaltungsbranche eine anerkannte Selbstregulierung ermöglichen sollen. (dapd)

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