06.11.2015 17:58

Deutschland

Mehr Waffenkäufe wegen der Flüchtlinge?

Der Pfefferspray-Verkauf in Deutschland boomt. Das sei wegen der Flüchtlinge, heisst es. Für den Verfassungsschutz liegts eher am November.

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Der Ansturm von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten ruft in Deuschland offenbar eine Abwehrreflex aus – wortwörtlich. Wer heute ein Pfefferspray kaufen will, hat mit wochenlangen Wartezeiten zu rechnen. Laut einem Bericht der Zeitschrift «Focus» sind die Bestellungen beim Reizgas-Hersteller in den vergangenen zwei Monaten um 600 Prozent gestiegen.

«Die Angst geht um. Wir sind seit etwa sechs bis sieben Wochen praktisch ausverkauft», sagt Kai Prase, Geschäftsführer der Firma DEF-TEC Defense Technology GmbH in Frankfurt.

Dass viele Bürger Angst vor der Zuwanderung von Muslimen haben, bestätigt eine Umfrage der «Welt». Darin äusserte sich jeder zweite Befragte angesichts der Flüchtlingskrise besorgt. 75 Prozent von ihnen gab an, sich vor einer Zunahme von Straftaten und eine steigende Gefahr von Terroranschlägen zu fürchten.

Dunkle Jahreszeit, nicht Flüchtlinge als Grund

Die deutschen Behörden geben jedoch Entwarnung: Man verzeichne bislang keine steigenden Tendenz im Waffenverkauf, sagte eine Sprecherin beim deutschen Verfassungsschutz gegenüber 20 Minuten. Wenn mehr Pfefferspray abgesetzt werde, dann dürfte das eher mit der Jahreszeit zu tun haben.

Die Medienstelle vom Verfassungsschutz verwies auf das Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Auch dort hiess es: «Wir können diese Information nicht bestätigen.» Überhaupt müssten die Medien vorsichtig sein, um mit Fehlmeldungen keine Ressentiments zu schüren.

Und dann gibts noch Österreich

In Österreich berichten die Medien, dass in diesem Jahr 70'000 Waffen mehr verkauft worden seien als 2014. Woher diese nationalen Zahlen stammen sollen, wird indes nicht ganz klar.

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