Mehrere Dacheinstürze in der Schweiz
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Mehrere Dacheinstürze in der Schweiz

Unter dem Schnee stürzte in Schwellbrunn AR das Dach einer Holzbaufirma ein, bei Paquier NE ein Scheunendach. MeteoSuisse warnt derweil vor Neuschnee und Sturm für die Westschweiz. Die Lawinengefahr ist gross.

Glück im Unglück für die rund 15 Mitarbeiter der Holzbaufirma in Schwellbrunn, als das rund 100 auf 30 Meter grosse, leicht geneigte Dach am Mittwochmittag zusammenbrach. Drei Personen, die sich im Pausenraum aufhielten, hörten das Krachen und brachten sich in Sicherheit. Die anderen Angestellten hatten nicht dort gegessen.

Laut Willi Moesch, Sprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei, kann die Schadensumme noch nicht beziffert werden. Die Strasse Waldstatt-Schönengrund wurde gesperrt; die Holzbau-Halle steht unmittelbar an der Strasse. Um einen weiteren Einsturz zu verhindern, wurden Wände und Teile des Dachs gestützt.

Auch im Jura krachte es

Die Scheune in einem Weiler bei Pâquier im Neuenburger Jura, deren Dach am Dienstag einstürzte, ist an ein Wohnhaus angebaut. Verletzt wurde auch bei diesem Vorfall niemand. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, wie am Mittwoch die kantonale Gebäudeversicherung mitteilte.

In Fahy im Kanton Jura gab ein Dach eines Kuhstall unter der Schneelast nach, wie die Kantonspolizei am Mittwoch meldete. Tiere kamen keine zu Schaden. Ebenfalls in Boncourt JU und in Chevenez JU stürzten Dächer von landwirtschaftlichen Gebäuden ein.

Im Tierpark Lange Erlen in Basel ist eine neu gebaute Anlage von der Schneelast teilweise zerstört worden. Die Anlage für Feldhasen, Rebhühner und Steinkäuze hätte von den Tieren kommende Woche bezogen werden sollen. Dies wird sich nun um einige Wochen verzögern, wie der Erlen-Verein Basel am Mitwoch meldete.

Nach «Xantra» tobt «Bente»

Derweil erliess der nationale Wetterdienst Meteoschweiz am Mittwochmittag eine neue Unwetterwarnung. Dieses Mal ist es das Sturmtief «Bente», das ein Schneechaos bringen könnte. Anders als am letzten Wochenende, als das Tief «Xandra» wütete, dürfte dieses Mal aber die Deutschschweiz verschont bleiben.

Besonders viel Schnee - bis zu 70 cm - erwarten die westlichen Voralpen, die Waadtländer Alpen, die nördlichen Walliser Alpen, das Unterwallis und das Goms. Das Unwetter soll am Donnerstagnachmittag langsam abziehen. Bis dahin ist in den Höhenlagen neben den starken Niederschlägen auch mit stürmischen Winden bis 120 km/h zu rechnen.

Eine Warmfront aus Westen erreichte am Mittwoch die Alpen. Am frühen Nachmittag war die Schneefallgrenze vom Chablais bis zu den Berner Alpen deutlich über 1000 Meter gestiegen. Im Wallis stieg sie verzögert bis gegen 1300 Meter an, im Zentralwallis war noch bis gegen Mitternacht Schnee bis in tiefe Lagen angekündigt.

Tückische Strassenverhältnisse

Bis Donnerstag muss vor allem in höheren Lagen und in den Alpentälern mit schneebedeckten Fahrbahnen gerechnet werden. Im Flachland ging der Schnee in Regen über, hier besteht Gefahr durch Aquaplanig. Allein im Kanton Waadt zählte die Polizei am Mittwoch aufgrund der misslichen Verhältnisse 29 Unfälle mit Blechschäden.

Lokal besteht auch Gefahr durch kleinere Überschwemmungen. Die Überschwemmungsgefahr hat sich gegenüber Dienstag nach Ansicht von Fachleuten vermindert. Die erwarteten Regenmengen in den tieferen Lagen sollten geringer ausfallen als ursprünglich vorausgesagt.

Grosse Lawinengefahr

Am Donnerstag herrscht am nördlichen Alpenkamm, in den Waadtländer und westlichen Berner Alpen, im Obergoms sowie im Prättigau grosse Lawinengefahr (Stufe 4). Skitouren und Abfahrten abseits der Piste sind gefährlich. Bedroht sind auch Verkehrswege.

Viele mittlere und mehrfach auch grosse Spontanlawinen sind zu erwarten, wie das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung warnt. Die Gefahrenstellen befinden sich an Steilhängen aller Expositionen oberhalb von rund 1800 Metern.

Erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) besteht in den Voralpen, den übrigen Berner Alpen, im übrigen Wallis, im übrigen Graubünden und im nördlichen Tessin. Die Gefahrenstellen für Schneebrettlawinen befinden sich an Steilhängen aller Expositionen oberhalb von rund 1800 m, am Alpennordhang oberhalb von rund 1500 Metern.

Die Verbindung des schwereren Neuschnees mit dem kalten Schnee ist schlecht. Spontane Lawinen sind wahrscheinlich. Einzelpersonen können weiterhin leicht Lawinen auslösen.

Mässige Lawinengefahr (Stufe 2) herrscht im mittleren Tessin und im Sottoceneri an Triebschneehängen aller Expositionen oberhalb von 1800 Metern. Am Freitag und Samstag dürfte die Gefahr von Spontanlawinen langsam zurückgehen. Die Lawinensituation bleibt aber für Skitouren und Variantenabfahrten auf jeden Fall gefährlich.

(sda)

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