Aktualisiert 27.01.2019 23:09

Pfusch

Mehrere Frauen bekamen gefährliche Vaginalnetze

In den USA gibt es wegen implantierter Netze im Unterleib bereits Zehntausende Klagen, in Grossbritannien sind sie ganz verboten, nicht so in der Schweiz.

von
roy
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In mehreren Schweizer Spitälern mussten Vaginalnetze wieder entfernt werden. (Symbolbild)

In mehreren Schweizer Spitälern mussten Vaginalnetze wieder entfernt werden. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally
Im Novmeber letzten Jahres ergab die internationale Recherche der niederländischen Journalistin Jet Schouten, dass auch Mandarinennetze als Vaginalnetze zugelassen waren.

Im Novmeber letzten Jahres ergab die internationale Recherche der niederländischen Journalistin Jet Schouten, dass auch Mandarinennetze als Vaginalnetze zugelassen waren.

Dokumentarfilm "All Meshed Up, From Mandarin Bag to Medical Implant" (Avrotros, 2015)
Auch Schäden durch andere Medizinprodukte gibt es: Häufig kommt es zu schmerzhaften Vernarbungen bei Brustimplantaten. (Archivbild)

Auch Schäden durch andere Medizinprodukte gibt es: Häufig kommt es zu schmerzhaften Vernarbungen bei Brustimplantaten. (Archivbild)

Keystone/AP/Lionel Cironneau

Eine Schweizerin kann nach der Implantation eines synthetischen Netzes in ihren Unterleib kaum mehr gehen. Die Schmerzen sind unerträglich. Wenige Monate später müssen Ärzte ihr das Implantat in einer schwierigen, mehrstündigen Operation wieder herausoperieren. Weitere Eingriffe folgen.

Sie ist nicht die einzige Frau in der Schweiz, die leidet wegen eines solchen vaginalen Implantats gegen Inkontinenz. Das Berner Inselspital etwa gibt gegenüber der «SonntagsZeitung» an, dass es in den letzten drei Jahren 35 von externen Ärzten implantierte Netze entfernt hat. Auch andere Spitäler berichten von Explantationen.

Wie gross ist das Problem in der Schweiz? Niemand weiss, wie viele Frauen betroffen sind. Deshalb fordern jetzt namhafte Mediziner ein nationales, obligatorisches Implantate-Register, damit Patienten vor gefährlichen Medizinprodukten gewarnt werden können. Die von der Problematik betroffenen Frauen wussten nichts von den Gefahren. In den USA gibt es wegen der Netze bereits gegen 70'000 Klagen, in Grossbritannien sind sie temporär verboten. In der Schweiz hingegen wartet man zu.

(roy/20 Minuten)

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