«Schamloser Betrüger»: Mehrere Häuser abgefackelt
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«Schamloser Betrüger»Mehrere Häuser abgefackelt

Wegen mehrfacher Brandstiftung und Betrug steht am Donnerstag ein 46-jähriger Bauunternehmer vor dem Kreisgericht Rorschach. Dem Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Mitangeklagt ist auch sein Gehilfe.

Dem Betreiber eines Fensterbaugeschäfts wird vorgeworfen, mehrere Brände in Auftrag gegeben und von der Gebäudeversicherung Geld kassiert zu haben. Insgesamt soll der 46-Jährige durch ungetreue Geschäftsbesorgung, Pfändungsbetrug und Gläubigerschädigung einen Schaden von 1,36 Millionen Franken verursacht haben.

Im Juni 2004 haben die Angeklagten laut Anklageschrift ein dreistöckiges, leerstehendes Wohnhaus in Rorschach niedergebrannt. Der Hauptangeklagte hatte die Liegenschaft kurz vor dem Brand gekauft und einen Angestellten beauftragt, das Gebäude anzuzünden.

Mehrfache Brandstiftung

Weil sein Helfer über hundert Liter Benzin verwendete, um das Haus anzuzünden, breitete sich das Feuer explosionsartig aus. Das dreistöckige Gebäude stand sofort in Flammen und wurde in kurzer Zeit völlig zerstört.

Die Feuerwehr, die an derselben Strasse stationiert ist, war rasch zur Stelle. Nur deshalb konnte laut Anklage das Übergreifen des Feuers auf die nur wenige Meter nebenan stehenden Wohnblocks verhindert werden.

Ein Jahr später hat der Hauptangeklagte laut Anklageschrift drei Firmenfahrzeuge und einen Anhänger seiner Firma in Sitterdorf angezündet. Die Polizei wusste zwar in beiden Fällen, dass die Feuer gelegt worden waren, konnte dem Mann aber zuerst nichts nachweisen. Erst Jahre später kamen ihm die Behörden auf die Schliche.

Bereits im Jahr 2002 soll der 46-Jährige laut Anklageschrift einen Bekannten beauftragt haben, ein ihm gehörendes Imbisslokal anzuzünden. Nachweisen konnten dies ihm die Behörden aber nicht.

«Schamloser Betrüger»

Laut der St. Galler Staatsanwaltschaft handelt es sich beim Angeklagten um eine «in betrügerischer Absicht agierende Geschäftsperson, welche mit erheblicher krimineller Energie schamlos versuchte, Versicherungen, Amtsstellen und sogar seine am Existenzminimum lebende Exfrau zu betrügen».

Der Angeklagte, der im vorzeitigen Strafvollzug sitzt, habe mit einem Trick versucht, die von den Untersuchungsbehörden mit einer Grundbuchsperre belegten Liegenschaften seiner Firma an seine in der Türkei lebende Frau zu überschreiben.

Die Anklage verlangt für den 46-Jährigen wegen mehrfacher Brandstiftung, gewerbsmässigem Betrug, mehrfacher ungetreuer Geschäftsführung, mehrfacher Gläubigerschädigung und weiteren Delikten eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren.

10 000 Franken als Brandstifterlohn

Der 33-jährige Gehilfe des Hauptangeklagten hat laut Anklage gegen einen Brandstifterlohn von 10 000 Franken das Mehrfamilienhaus in Rorschach angezündet. Laut Anklageschrift bedrängte ihn der Hauptangeklagte mehrmals und sagte, er solle das Haus anzünden, weil er es los haben wolle.

Der 33-jährige Deutsche soll wegen Brandstiftung und Gehilfenschaft zu Betrug schuldig gesprochen werden. Ihm droht eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren.

(sda)

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