Grubenunglück in Chile: Mehrere Millionen Dollar für die Kumpel-Rettung

Aktualisiert

Grubenunglück in ChileMehrere Millionen Dollar für die Kumpel-Rettung

Zur Finanzierung der Rettung der eingeschlossenen Bergleute in einer chilenischen Mine hat die Justiz des Landes das Vermögen der Betreiberfirma eingefroren. Derweil wird bereits das Rettungsszenario durchgespielt.

Das Gericht in der Hauptstadt Santiago entsprach mit der Entscheidung vom Freitag einer Forderung der Regierung. Das Vermögen der Firma San Esteban beträgt etwa 9,7 Millionen Dollar. Das Unternehmen ist in Finanzschwierigkeiten und hatte Anfang September bereits eine mögliche Insolvenz prüfen lassen.

Zwar steht noch nicht fest, wie hoch die Kosten für die Rettung der 33 in einer Gold- und Kupfermine eingeschlossenen Kumpel sind. Bergbauminister Laurence Golborne schätzte sie jedoch auf «mehrere Millionen Dollar».

Nati-Spiel für die Bergleute

Bereits im vergangenen Monat hatte die chilenische Justiz rund 1,8 Millionen Dollar eingefroren, die San Esteban eigentlich durch den Verkauf von Kupfer erhalten sollte. Das Geld sollte für mögliche Schadenersatzforderungen der betroffenen Familien aufgehoben werden.

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Die Bergleute sind seit dem Einsturz der Gold- und Kupfermine am 5. August in dem Bergwerk San José am Rand von Copiapo, etwa 850 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago, eingeschlossen. Drei Bohrer sind im Einsatz, um Schächte für die Rettung der Männer zu bohren.

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Bergung der Stärksten am Schluss

Die Aktion soll mehrere Wochen dauern, trotzdem gibt es bereits einen detaillierten Plan, in welcher Reihenfolge die Männer die Mine durch die Schächte verlassen sollen. «Erst die Geschicktesten, dann die Schwächsten, dann die Stärksten», erklärte Jorge Diaz, der dem betreuenden Ärzteteam angehört.

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Dies sei weder ein Befehl noch ein Gesetz sondern schlicht ein «theoretisches Modell», das bei allen Rettungseinsätzen angewandt würde, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

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Da sich das Rettungsprozedere zu Beginn noch einspielen müsse, sei es wichtig, zunächst diejenigen aus der Mine zu bergen, die am schnellsten auf etwaige Probleme reagieren können, sagte Diaz. Anschliessend müssten die schwächeren und älteren Arbeiter der Mine folgen.

Die stärksten Männer sollen demnach am Ende gerettet werden, da sie im Notfall am längsten unter Tage ausharren könnten, sagte der Mediziner. Wer genau zum fraglichen Zeitpunkt dann zu welcher Gruppe gehören werde, sei noch offen. Nur eins steht demnach fest: «Der Chef kommt immer als letztes.»

(sda)

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