Kanton St. Gallen : Mehrere Schafe gerissen – Abschuss eines Wolfes bewilligt

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Kanton St. Gallen Mehrere Schafe gerissen – Abschuss eines Wolfes bewilligt

Auf einer Alp der Gemeinde Flums SG wurden in diesem Sommer zehn Schafe in einer geschützten Herde von zwei Wölfen gerissen. Das hat nun Folgen: Der Kanton St. Gallen bewilligt den Abschuss eines Wolfes. 

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Kanton SG
Ein Wildhüter untersucht ein gerissenes Schaf. (Archivbild)

Ein Wildhüter untersucht ein gerissenes Schaf. (Archivbild)

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Auf zwei Schafalpen im Gemeindegebiet von Flums wurden im laufenden Alpsommer 15 Schafe durch Wolfsangriffe getötet oder mussten schwer verletzt getötet werden. Auf einer der beiden Alpen, die durch Herdenschutzhunde geschützt ist, rissen die Wölfe zehn Schafe. Damit sind gemäss eidgenössischer Jagdgesetzgebung die Kriterien für einen Wolfsabschuss erfüllt, wie das Amt für Natur, Jagd und Fischerei am Montag mitteilte. Die Schäden wurden mutmasslich durch zwei Wölfe verursacht, die bereits in den Vorjahren in diesem Gebiet genetisch nachgewiesen wurden, heisst es weiter. Es handle sich dabei um ein weibliches und ein männliches Tier, so das Amt.

Die bestätigte Präsenz eines Wolfsweibchens setzt eine sorgfältige Prüfung einer allfälligen Rudelbildung voraus, bevor die Abschussbewilligung erteilt werden kann. Der Nachweis einer Reproduktion erfolgt bei Wölfen typischerweise in den Monaten Juli und August. Das Wolfsmonitoring im Gebiet ergab keine Nachweise von Jungwölfen.

Bewilligung für 60 Tage

Die bekannte Wölfin wurde seit August 2017 im südlichen Sarganserland nachgewiesen. Dieses Jahr hielt sie sich mehrfach im Gemeindegebiet von Flums auf. «In diesem Zeitraum war diese Wölfin nicht an einer Reproduktion beteiligt», schreibt das Amt. Will heissen, die Wölfin hat keine Jungtiere geboren.

Um weitere Schäden zu verhindern, verfügt der Kanton deshalb den Abschuss eines Einzelwolfs. Die Abschussbewilligung gilt ab sofort für eine Dauer von 60 Tagen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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(jeb)

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