USA: Mehrere Tote nach frühem Wintereinbruch
Aktualisiert

USAMehrere Tote nach frühem Wintereinbruch

Am Dienstag sind die Temperaturen in allen US-Staaten unter den Gefrierpunkt gesunken. In Buffalo starben fünf Menschen. Über 100 Fahrzeuge blieben im Schnee stecken.

1 / 16
Arbeiter befreien das Dach einer Bäckerei in Cheektowaga im US-Bundesstaat New York vom Schnee. Dutzende Dächer sind bereits eingestürzt.

Arbeiter befreien das Dach einer Bäckerei in Cheektowaga im US-Bundesstaat New York vom Schnee. Dutzende Dächer sind bereits eingestürzt.

Keystone/AP/Mike Groll
Die Bürger in Cheektowaga haben alle Hände voll zu tun, ihre Einfahrten vom Schnee zu säubern.

Die Bürger in Cheektowaga haben alle Hände voll zu tun, ihre Einfahrten vom Schnee zu säubern.

Keystone/AP/Mike Groll
Schweres Gerät räumt die Schneemassen in Buffalo fort.

Schweres Gerät räumt die Schneemassen in Buffalo fort.

Keystone/AP/Mike Groll

Ein früher Wintereinbruch hat in den USA zu Minustemperaturen in allen 50 Staaten sowie mehreren Toten geführt. In der Stadt Buffalo im Bundesstaat New York starben am Dienstag fünf Menschen, berichtete die Zeitung «USA Today». Ein Mensch kam bei einem Autounfall ums Leben, drei Menschen erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, einer wurde tot in einem Auto entdeckt, hiess es nach offiziellen Angaben. Zwei weitere Menschen kamen demnach in den Bundesstaaten New Hampshire und Michigan ums Leben.

In Gegenden vom Mittleren Westen bis zum Süden des Landes verursachten starker Wind und eisige Strassen Unfälle. Zudem mussten Schulen geschlossen werden. Die nationale Wetterbehörde warnte, dass der Schneefall auch am Mittwoch anhalten werde.

Besonders betroffen war die Stadt Buffalo im Staat New York, die nach einem heftigen Schneesturm unter einer 1,80 Meter hohen Schneeschicht versank. Behördenangaben zufolge könnte die Schneedecke in den am schwersten betroffenen Gegenden südlich desOrts am Mittwoch auf über 1,80 Meter ansteigen. Der Schneesturm wurde als einer der schlimmsten in der Geschichte der Region beschrieben.

Grösste Schneemassen seit über 40 Jahren

Bürgermeister Byron Brown sprach von der grössten Schneemassen seit mehr als 40 Jahren. «Es wird eine Weile dauern, den wegzuschaufeln», sagte Brown dem Fernsehsender CNN. Ein 212 Kilometer langer Autobahnabschnitt im Staat New York musste geschlossen werden. Rund 150 Fahrzeuge steckten nach Angaben eines Sprechers der Verkehrsbehörde fest.

Die Insassen warteten stundenlang darauf, befreit zu werden. Einige mussten sogar mehr als einen Tag ausharren. Der Gouverneur von NewYork, Andrew Cuomo, entsandte 150 Mitglieder der Nationalgarde, um bei der Räumung von schneeverstopften Strassen zu helfen und zurückgelassene Autos auf die Seite zu schaffen.

«Ich habe schon seit etwa 30 Stunden nicht mehr geschlafen»

«Es erschien wie ein Alptraum», sagte Bryce Foreback aus dem Staat Pennsylvania der Nachrichtenagentur AP per Handy, als er bereits 20 Stunden auf Hilfe wartete. Der 23-Jährige war am späten Montagabend (Ortszeit) in eine lange Autoschlange südlich von Buffalo geraten und kam nicht mehr voran. «Es fühlte sich einfach nicht so an, als ob es enden würde», sagte er. «Ich habe schon seit etwa 30 Stunden nicht mehr geschlafen und ich warte einfach darauf, hier rauszukommen.»

Auch Mitglieder einer Frauenbasketballmannschaft mussten stundenlang warten. Einige seien so durstig geworden, dass sie geschmolzenen Schnee getrunken hätten, sagte Trainerin Kendra Faustin, die mit ihrem ein Jahr alten Kind unterwegs war.

«So kalt wie in Dänemark»

Wie Meteorologen berichteten, fielen die Temperaturen am Dienstag in allen 50 US-Staaten auf oder unter den Gefrierpunkt. Der Blick auf die Gradzahlen erinnere eher an den Januar als an einen November, hiess es.

In der Atadt Atlanta im Staat Georgia und der US-Ostküste waren die Touristen Morten und Annette Larsen aus Kopenhagen von den Temperaturen von minus ein Grad Celsius überrascht.«Hier ist es im Moment so kalt wie in Dänemark», sagte Morten Larsen. «Das haben wir nicht erwartet.» (sda)

Deine Meinung