Aktualisiert 13.01.2014 15:15

Cyber-KriminalitätMehrere US-Firmen Opfer von Hackerwelle

Von den jüngsten Hackerangriffen auf US-Detailhändler sind offenbar mehr Firmen betroffen, als bislang bekannt. Ermittler vermuten, dass es sich dabei nur um Probeläufe gehandelt hat.

Nicht nur der US-Detailhändler Target, auch andere Firmen wurden jüngst Opfer von Hackerangriffen.

Nicht nur der US-Detailhändler Target, auch andere Firmen wurden jüngst Opfer von Hackerangriffen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr, wurden neben Target und Neiman Marcus mindestens drei weitere bekannte US-Unternehmen Opfer von Attacken.

Auch diese hätten während der Haupteinkaufszeit vor Weihnachten stattgefunden, seien jedoch im Umfang kleiner ausgefallen, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Zwar sei unklar, ob dieselben Täter dahintersteckten, das Muster sei jedoch gleich. Die Namen der drei Unternehmen wurden nicht genannt.

«Target wurde am härtesten getroffen»

Das US-Justizministerium und der Secret Service lehnten eine Stellungnahme ab. Sie sind an den Target-Ermittlungen beteiligt.

Die Sicherheitsexpertin Avivah Litan von der Forschungsgruppe Gartner erklärte ebenfalls, sie habe von einem Ermittler über weitere Angriffe vor denen auf Target erfahren. Namen nannte sie nicht. «Target war nicht der einzige Detailhändler, der getroffen wurde», erklärte sie. «Aber es traf ihn am härtesten.»

Wahrscheinlich Probeläufe

Die Ermittler gingen davon aus, dass es sich um Probeläufe gehandelt haben könnte. Chris Gray vom Sicherheitsunternehmen Accuvant wies darauf hin, dass Cyberkriminelle oft derartige Testangriffe starten, da man beim eigentlichen Ziel nur einen Versuch habe, die Lücken im Computersystem auszunutzen. «Dann geht man zum richtigen Zeitpunkt damit raus und richtet so viel Schaden wie möglich an.»

Target hatte am 19. Dezember einen millionenfachen Datendiebstahl eingeräumt, nachdem der Blogger Brian Krebs darüber berichtetet hatte. Dessen Ermittlungen führten Anfang Januar dazu, dass auch Neiman Marcus einen Angriff öffentlich machte. Am Freitag gestand Target ein, dass offenbar die Daten von bis zu 70 Millionen Kunden entwendet wurden — Kredit- und sonstige Bankkartendaten, Namen, E-Mail- und Lieferadressen sowie Telefonnummern.

Besonderns Detailhändler geben nur ungern erfolgreiche Hackerangriffe bekannt, weil sie Angst um ihr Geschäft haben. Target und JC Penney räumten erst nach zwei Jahren ein, dass sie 2007 Opfer des berühmten Hackers Albert Gonzalez geworden waren. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.