«Polizisten angegriffen»: Mehrere Verletzte bei Tumulten vor Reitschule
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«Polizisten angegriffen»Mehrere Verletzte bei Tumulten vor Reitschule

Bei der Reitschule in der Stadt Bern kam es in der Nacht auf Sonntag zu einer Auseinandersetzung. Bei den Tumulten wurden Gummischrot eingesetzt und Steine geworfen.

von
miw

Scharmützel: Ein Leser-Reporter-Video zeigt die Ereignisse. (miw/Leser-Reporter)

Augenzeugen berichten von einem grossen Polizeieinsatz auf der Schützenmatte – dies ganz in altbekannter Manier: Die Polizei zog in Vollmontur, Gummischrot und Pfefferspray ins Feld, die Gegenseite schoss mit Steinen und Flaschen auf die Polizisten.

Auch am Sonntagmorgen waren die Spuren der nächtlichen Scharmützel noch klar zu sehen: «Wir mussten am Morgen haufenweise Gummischrot und Flaschen aufsammeln», sagt Jürg Lüdi, Organisator des Neustadt-Lab, des temporären Kultur- und Gastrobetriebs auf der Schützenmatte.

Wieso es zu Eskalation kam, ist für Lüdi unklar. «Mir ist lediglich aufgefallen, dass bereits am frühen Abend vermehrt Polizisten vor Ort präsent waren.» Dies, obwohl weder zu einer Demo noch sonstigen Aktionen aufgerufen worden war.

Polizeisprecher Christoph Gnägi spricht dabei von «gewöhnlicher, präventiver Präsenz». «Als unsere Patrouille vor Ort war, wurde sie von einer Gruppe – darunter waren auch Vermummte – angegriffen», sagt Gnägi.

Verletzte Polizisten

Danach eskalierte die Situation: «Nachdem eine Gruppe von Personen Polizisten lautstark dazu aufforderten zu verschwinden, organisierten diese Nachschub», berichtet ein Leser-Reporter. Die Polizei sei schliesslich mit rund zehn Kastenwagen vor Ort gewesen. «Das gegenseitige Bewerfen dauerte ein bis zwei Stunden», rapportiert der Augenzeuge.

Bei den Tumulten sind laut Polizei Angreifer angehalten worden – «die Abklärungen dazu sind im Gange». Die Polizei will am Sonntagmittag genauer informieren. Doch schon jetzt ist klar: «Mehrere Polizisten wurden beim Einsatz verletzt», so Polizeisprecher Gnägi. Auch auf der Gegenseite soll es Verletzte gegeben haben – in einem Statement der Revolutionäre Jugend Gruppe Bern (RJG) spricht man von «zahlreichen verletzten Reitschulbesuchern». Auch seien Dritte von Gummischrot getroffen worden, die sich nicht an der Auseinandersetzung beteiligt hätten, kritisiert RJG.

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