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Ilanz/Glion GRWolfsrudel tötet Eindringling in seinem Revier

Kürzlich wurde in Ilanz/Glion GR ein toter Wolf aufgefunden. Das dort heimische Rudel hatte den «Eindringling» getötet. Auch für Hunde könnten Wölfe gefährlich werden. Selbst regulieren tun sich die Wölfe indes nicht.

von
Tabea Waser
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In Ilanz/Glion GR wurde ein toter Wolf aufgefunden. 

In Ilanz/Glion GR wurde ein toter Wolf aufgefunden.

Symbolbild Pexels
Dieser wurde vom heimischen Ringelspitz-Rudel gerissen. 

Dieser wurde vom heimischen Ringelspitz-Rudel gerissen.

Google Maps
«Es handelt sich um ein erwachsenes, weibliches Tier», so Adrian Arquint, Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden.

«Es handelt sich um ein erwachsenes, weibliches Tier», so Adrian Arquint, Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden.

gr.ch

Darum gehts

  • In Ilanz/Glion GR wurde ein Wolf tot aufgefunden.

  • Das Tier wurde vom dort heimischen Wolfsrudel gerissen.

  • Solche Revierkämpfe sind laut dem Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Graubünden normal.

  • Dass sich die Wölfe dadurch selbst regulieren, glaubt er indes nicht.

In einer Facebook-Gruppe zum Thema Wölfe wurde kürzlich über einen toten Wolf in Ilanz GR berichtet, der offenbar von anderen Wölfen getötet wurde. Daraufhin entstand eine hitzige Diskussion darüber, ob sich die Tiere dadurch selbst regulieren. Ein User schreibt etwa: «Dies ist der Beweis dafür, dass die Zahl der Wölfe in der Schweiz nicht übermässig zunehmen kann.» Für die Aussage erntet er jede Menge Kritik.

Adrian Arquint, Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei Kanton Graubünden, kann den toten Wolf in Ilanz bestätigen. Ein Bauer habe den zuständigen Wildhüter am 7. Januar verständigt, weil seine Rindviehherde in der Nacht sehr unruhig wurde. Tags darauf sei in der Nähe des Stalls ein toter Wolf entdeckt worden. «Es handelt sich um ein erwachsenes, weibliches Tier», so Arquint. Um was für einen Wolf es sich genau handele und woher er stamme, ist derzeit noch unklar. Es wurden DNA-Proben entnommen, um dies genau zu bestimmen. «Sicher ist, dass die Wölfin von mehreren andere Wölfen gerissen wurde», so Arquint. Und vermutlich von Wölfen aus dem Ringelspitz-Rudel. Das Rudel habe nämlich dort sein Revier.

Auch für Hunde gefährlich

«Wölfe aus einem Rudel verteidigen ihr Revier. Wenn ein fremder Wolf eindringt, kommt es zu Revierkämpfen», so Arquint. Das sei ein ganz natürliches Verhalten. Nicht immer enden die Kämpfe, wie in diesem Fall, tödlich. Es habe aber in der Vergangenheit bereits einen ähnlichen solchen Fall im Kanton Tessin gegeben. Auch für unbeaufsichtigte Hunde, die in ein Revier eines Wolfsrudels eindringen, könne es gefährlich werden. Dabei müsse von den «Eindringlingen» nicht einmal eine besondere Aggressivität ausgehen.

Auf Social Media kursiert derzeit ein Video, dass zeigt, wie zwei Wölfe eine Hund angreifen. Obwohl oft behauptet wird, das Video stamme aus Graubünden, ist dem nicht so. Vermutlich stammt es aus Russland.

Video: Social Media

Ein ähnlicher solcher Fall ist Arquint im Kanton Graubünden bisher nicht bekannt.

Wölfe regulieren sich nicht selbst

Dass sich die Wölfe durch die Revierkämpfe selbst regulieren, glaubt Arquint indes nicht. «Die Wölfe organisieren sich. Jungwölfe wandern ab, bauen neue Rudel auf oder bleiben Einzelwölfe. Bei den Jungwölfen sterben rund 50%», so Arquint. Sie werden entweder überfahren, sterben an Krankheiten oder Revierkämpfen. Dem Amtsvorsteher sind in den letzten zehn Jahren nur zwei Fälle bekannt, bei denen Revierkämpfe für ein Tier tödlich endeten. Deshalb spiele das wohl keine Rolle in der Regulierung. Fakt ist, dass es immer mehr Wölfe in der Schweiz gibt. Ein Gesuch des Kantons Graubünden, das Wolfsrudel Beverin zu verkleinern, wurde allerdings erst kürzlich abgelehnt.

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