«Mehrfrontenkrieg in Guerillamanier»
Aktualisiert

«Mehrfrontenkrieg in Guerillamanier»

Die Berner Polizei hat Bilanz zum Kundgebungstag gezogen und den Polizeieinsatz verteidigt. Die Beamten hätten angesichts der 500 «extrem gewalttätigen» Randalierer nicht überall sein können. Gezählt wurden 21 Verletzte, 42 Chaoten wurden verhaftet.

Das Hauptziel - die Verhinderung der Konfrontation von SVP- Anhängern und SVP-Gegnern - sei erreicht worden, sagte Hügli. Die Polizei habe sich mit rund 500 «extrem gewalttätigen», grösstenteils auswärtigen Randalieren konfrontiert gesehen.

Dass der Bundesplatz vorübergehend nicht geschützt war, erklärte Hügli damit, dass Polizisten in die untere Altstadt abgezogen wurden, um die SVP-Kundgebungsteilnehmer zu schützen. «Die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein», sagte Hügli.

Laut Polizeikommandant Gabi standen genügend Polizisten im Einsatz. Doch die untere Altstadt sei angesichts der zahlreichen Schlupfwinkel schwierig zu überwachen.

Die Randalierer seien nicht gemeinsam unterwegs gewesen, sondern hätten «in bester Guerillamanier» überall Brandherde geschaffen, sagte Gabi. Dies sei neu gewesen für die Polizei. Er sei angesichts des Ausgangs «ernüchtert», sagte Gabi.

21 Verletzte, 42 Verhaftungen

Bei den Randalen sind nach neuen Angaben insgesamt 21 Personen verletzt worden, unter ihnen 18 Polizisten. Acht der Verletzen mussten in Spitalpflege gebracht werden.

Zwölf Polizisten seien mit einer noch nicht identifizierten Flüssigkeit besprüht worden und hätten danach teilweise unter Atemtnot gelitten, sagte Thomas Jauch, Sprecher der Stadtpolizei Bern auf Anfrage. Bei drei Verletzten handelt es sich um Demonstranten.

42 Personen wurden festgenommen, ein Teil von ihnen befand sich am frühen Abend noch in Haft. Über mögliche Strafanzeigen konnte Jauch noch keine Angaben machen. Bei den Randalen entstand Sachschaden von mehreren 10 000 Franken.

Bis am Abend habe sich die Situation beruhigt, sagte Jauch. Die Polizei sei aber weiterhin stark präsent. Am Samstag kamen in Bern Polizisten der Stadt- und Kantonspolizei Bern sowie der Kantonspolizeien von Aargau und Basel-Stadt zum Einsatz. (sda)

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