20-Minuten-Impfumfrage – Mehrheit befürwortet Lockdown für Ungeimpfte
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20-Minuten-Impfumfrage Mehrheit befürwortet Lockdown für Ungeimpfte

75 Prozent der Teilnehmenden einer 20-Minuten-Umfrage sind geimpft. Viele von ihnen befürworten einen härteren Kurs gegenüber Nicht-Geimpften.

von
Seline Bietenhard
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Laut einer Umfrage von 20 Minuten sind 75 Prozent der Befragten mindestens einmal oder doppelt geimpft.

Laut einer Umfrage von 20 Minuten sind 75 Prozent der Befragten mindestens einmal oder doppelt geimpft.

20min/Marco Zangger
Die Unterschiede bei der Impfbereitschaft sind bei Anhängern und Anhängerinnen verschiedener Parteien gross.

Die Unterschiede bei der Impfbereitschaft sind bei Anhängern und Anhängerinnen verschiedener Parteien gross.

20min/Marco Zangger
55 Prozent der befragten Personen befürworten einen Lockdown für Ungeimpfte.

55 Prozent der befragten Personen befürworten einen Lockdown für Ungeimpfte.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Eine Umfrage von 20 Minuten zum Thema Impfen zeigt, dass sich 75 Prozent bereits impfen lassen haben.

  • Die Mehrheit der Befragten ist für einen Lockdown für Nicht-Geimpfte.

  • Eine Impfpflicht für medizinisches Personal während der Corona-Pandemie findet bei 61 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizern Sympathien.

  • Die Zertifikatspflicht wird von der Mehrheit der Teilnehmenden befürwortet.

  • 35 Prozent der Befragten könnten sich eine Ausweitung der Zertifikatspflicht auf den öffentlichen Verkehr vorstellen.

Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in die Impfung ist gross. Eine 20-Minuten-Umfrage zum Thema zeigt, dass 75 Prozent der Befragten geimpft sind, davon 73 Prozent vollständig und drei Prozent einmal. Dabei gibt es Unterschiede in den Altersklassen: Bei den 16- bis 24-Jährigen lassen sich 65 Prozent der Befragten impfen, bei den über 65-Jährigen sind es 89 Prozent.

Noch signifikanter unterscheidet sich die Impfnachfrage, wenn man die Parteizugehörigkeit anschaut. So haben sich beispielsweise 88 Prozent der GLP-Wählerschaft impfen lassen; bei den Unterstützern der SVP hingegen sind es 59 Prozent, die geimpft sind.

Nicht-Geimpfte sollen in den Lockdown

Nicht nur ist die Impfnachfrage gross – es besteht scheinbar auch die Bereitschaft, gegenüber nicht geimpften Personen restriktiver vorzugehen, wie die Umfrage zeigt. So befürworten beispielsweise 55 Prozent der befragten Personen, analog zu Österreich, einen Lockdown für Ungeimpfte, falls die Spitäler an eine Belastungsgrenze kommen sollten. Tendenziell sind es eher die Männer, die einen solchen Lockdown befürworten würden – und eher ältere Personen. Bei den über 65-Jährigen ist die Zustimmung mit 73 Prozent am höchsten.

Es gibt allerdings derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Bund gegenüber Nicht-Geimpften die Schrauben anzieht: Am Point de Presse vom Dienstag sagten Expertinnen und Experten, dass eine 2G-Regelung wie in Österreich nicht gerechtfertigt sei.

Impfobligatorium für Pflegepersonal

Auch ein Impfobligatorium findet bei vielen Befragten Anklang. So befürworten 61 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer eine Impfpflicht für medizinisches Personal während der Corona-Pandemie.

Eine mögliche Impfpflicht für das Pflegepersonal stand bereits mehrfach zur Diskussion und stiess bei den Pflegenden auf Widerstand. In gewissen Spitälern und Heimen sind bis zu 50 Prozent der Angestellten nicht geimpft und eine Impfskepsis ist weit verbreitet.

Viele befürworten Zertifikatspflicht

Obwohl die Zertifikatspflicht auch bei den Geimpften stark in der Kritik ist, scheint eine deutliche Mehrheit dahinterzustehen. 63 Prozent der Umfrage-Teilnehmenden befürworten sie; eine Mehrheit ist dagegen, dass die Zertifikatspflicht aufgehoben wird. Im Falle einer Aufhebung befürchten 38 Prozent, dass danach die Ansteckungszahlen wieder steigen würden und mit erneuten Einschränkungen gerechnet werden müsse. Weitere 27 Prozent befürchten, dass die Signalwirkung kontraproduktiv wäre.

Sogar in Zügen und Bussen ist eine Zertifikatspflicht für die Befragten nicht gänzlich tabu: Eine relativ grosse Minderheit von 35 Prozent könnte sich eine solche vorstellen, wenn dafür die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr fallen würde.

Zur Umfrage

Die 20-Minuten-Impfumfrage wurde in Zusammenarbeit mit der Lee Was GmbH durchgeführt. Im Rahmen der Umfrage wurden Anfang November insgesamt 34’600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der gesamten Schweiz befragt.

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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