Aktualisiert 08.09.2009 10:45

FischliebhaberMehrheit bezeichnet Kormorane als Plage

Den Kormoranen gehts an die Federn: Die Schonzeit soll um einen Monat auf März bis August verkürzt und der Bestand in den Schutzgebieten verringert werden. Dies hat der Nationalrat heute mit 118 zu 53 Stimmen beschlossen.

Mit der Annahme der Motion der Umweltkommission (UREK) kommt der Nationalrat den Berufsfischern entgegen. Diesen sollen gegen den Willen des Bundesrats auch die Schäden vergütet werden, welche die Kormorane an den Netzen und durch gestohlene oder angepickte Fische verursachen.

Elvira Bader (SO/CVP) bezeichnete die fischfressenden Vögel namens der Kommissionsmehrheit als Plage. Die Situation sei inzwischen unerträglch geworden. Die Kormorane seien nicht nur für die Fischer ein Problem, sie gefährdeten auch bedrohte Fischarten wie etwa die Aesche. Kormorane verzehren laut Bader täglich rund 500 Gramm Fisch, darunter auch Exemplare von bis zu 55 cm Länge.

«Lieber Eier anstechen»

Umweltminister Moritz Leuenberger zeigte Verständnis für die Sorgen der Berufsfischer. Kein Verständnis hat er für die finanziellen Begehren, die sich nach seinen Angaben auf bis zu 700 000 Franken pro Jahr belaufen könnten. Dann schon «lieber Eier anstechen». Diese und weitere Massnahmen wie etwa die Nesterentfernung oder das Ersetzen der Kormoraneier durch Gipseier sind erlaubt.

Nicht in Frage kommt für Leuenberger der Abschuss in Schutzgebieten, wohin sich die clevere Mehrheit der Kormoran- Population - laut Leuenberger 90 Prozent - zurückgezogen hat. Die Vorlage geht nun in den Ständerat. (sda)

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