Umfrage: Mehrheit der Briten für Sterbehilfe

Aktualisiert

UmfrageMehrheit der Briten für Sterbehilfe

Hunderte Briten sind auf der Warteliste der Sterbehilfeorganisation Dignitas. Das sorgt für hitzige Diskussionen in England. Die «Times» wollte es genauer wissen und fand heraus: Auch die Briten sind für Sterbehilfe.

Wer die englischsprachigen Medien nach dem Schlagwort «Dignitas» absucht, wird rasch fündig. Kein Wunder: Über hundert sollen bereits zum Sterben nach Zürich gekommen sein, und die Warteliste bei Dignitas soll mehrere hundert Einträge lang sein.

Nach einem weiteren Fall von Sterbehilfe an einem britischen Ehepaar in der Schweiz wurde das Thema Sterbehilfe in England erneut hitzig diskutiert, nicht nur von den Zeitungen, sondern auch in der britischen Politik.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Tageszeitung «The Times» ergab jetzt: Die grosse Mehrheit der Briten ist für die Anwendung der aktiven Sterbehilfe, und zwar im eigenen Land. Drei Viertel der Befragten wollen, dass Mediziner aktive Sterbehilfe in Kliniken leisten dürfen. Besonders starken Zuspruch gab es in der Altersgruppe der 55- bis 64- Jährigen, berichtete die «Times» am Samstag.

Die Befragten machten jedoch Unterschiede, was die Voraussetzungen für die Anwendung von Sterbehilfe angeht. Nur etwa jeder achte (13 Prozent) ist der Anwendung, sie sollte angewendet werden dürfen, auch wenn der Patient geistig und körperlich gesund ist. Mehr als vier von fünf der Befragten (85 Prozent) knüpfte die legale Sterbehilfe an bestimmte Umstände wie unheilbare Krankheit.

Die Zeitung hatte 1500 Briten befragen lassen, nachdem sich eine Woche zuvor - am 10. Juli - ein Künstler-Ehepaar zur aktiven Sterbehilfe in Räumlichkeiten der Organisation Dignitas in die Schweiz begeben hatte. Der 85-jährige Dirigent Edward Downes (Bild) war blind und hörte kaum noch, seine 74-jährige Frau, eine Balletttänzerin, litt an einer Krebserkrankung. (sda)

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